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Reinaldo Arenas: Bevor es Nacht wird (Antes que anochezca)

Seit langem habe ich nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Ich bin durch die Verfilmung zu später Stunde im Fernsehen darauf gekommen. Schwule Filme kommen immer nur auf 3SAT oder Arte und gerne nach Mitternacht.

"Bevor es Nacht wird" ist Arenas' Autobiographie, die er kurz vor dem Tod beginnt und dann in die Kindheit zurückblickt. Sie ist in kleinen, sehr schönen, vielleicht etwas verklärten Kapiteln abgefasst: Eine schlichte, arme, kleine Dschungelwelt zwischen Realität und Magie, die durch seine Grossmutter ausgeübt wird. Zu den schwierigen Umständen nimmt er humorvoll Distanz. Sie werden unter dem Castroregime keineswegs besser: Verfolgung, Unterdrückung, Armut, Homophobie, Willkür, Korruption, Verrat. Seine kritische Stimme kann trotz allem nicht zum Schweigen gebracht werden. Er schafft es seine Romane ins Ausland zu schmuggeln, wo sie zum grossen Ärger des bärtigen Tyrannen veröffentlicht werden.

Trotz der intensiven Verfolgung von Schwulen, fehlt es nicht an Ausschweifungen, an denen die Verfolger nicht unbeteiligt waren. Die tropische Hitze ist wohl oft stärker als die Kontrolle der Triebe. Seien es Soldaten, die sich auffordernd an den Eiern kratzen, wildes Treiben am Strand und in den Parks oder die Tuntenmafia im Gefängnis, Arenas weiss alles sehr detaillert und unterhaltsam zu beschreiben.

Das Buch bietet einfach alles: Ein Schicksal eines Zeitzeugen, einen Blick nach Kuba, viele Anekdoten, kleine Geschichten, tragische und komische. Trotz aller Lebensfeindlichkeit werden Lust und Humor nie besiegt.
14.5.08 22:16


Mein Leben ist zur Zeit wie eine Symphonie von Mahler, in der Grundstimmung düster, aber doch mit heiteren Momenten. Diese verdanke ich den zahlreichen Kaffeekränzchen mit meinen Freundinnen und Kommilitoninnen (hier lasse ich wegen der Mehrheit einmal das generische Femininum zu, das ich aber grundsätzlich ablehne), den unzählbaren Zerstreuungsmöglichkeiten auf Facebook und Ralf König, der endlich wieder einen neuen Band veröffentlicht hat: "Hempels Sofa".

Das Wetter ist nicht besonders einladend. Es ist immer grau und kalt, aber Sonnenschein stünde in zu starkem Kontrast zu meiner inneren Befindlichkeit. Man muss sich ins Innere zurückziehen, in die Wärme, in die Gemütlichkeit. Sonst hilft die viele Arbeit. Kaffeekränzchen sind zwar die schönere Ablenkung, aber man muss ja auch etwas Produktives tun, obwohl nicht viel Energie dafür vorhanden ist.

Die Verletzung löst allmählich die Blindheit auf, die so vieles unsichtbar werden liess. Und all das, was vor die Augen kommt, bewirkt einen heilenden Zorn, dessen Feuer die blendende Liebe niederbrennt. Was davon noch übrig bleibt, weiss die Zukunft.

Kann man obenerwähnten Abschnitt schon als Poesie verkaufen? Oder ist es schon zu schwülstig? Oder nicht à la mode? Etwas Pathos tut auf jeden Fall gut.

Es gilt weiter gegen das Trübsal anzukämpfen.
10.11.07 11:54


K. Spassig und A. Scholz: Lexikon des Unwissens

In den bisher bekannten Lexika steht eigentlich nur, was man schon weiss. Aber es gibt erschreckend viele Dinge, über die man fast gar nichts weiss bzw. Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt:

Wie und wo vermehren sich Aale? Wieso emsen sich gewisse Tiere ein? Warum schlafen wir? Wie wirkt Anästhesie? Wie und warum schnurren Katzen? Wie entstehen sexuelle Interessen? Woher kommt der rote Regen? Wie erkältet man sich?

Einige Dinge sind ganz selbstverständlich, von anderen hat man noch nie gehört. Endlich gibt es ein Lexikon, das sehr interessant und amüsant beschreibt, wie wenig wir eigentlich wissen, gerade über alltägliche Dinge. Leider sind die Themen grösstenteils naturwissenschaftlich und die wenigen geisteswissenschaftlichen, sind sehr knapp abgefasst.

Das Buch ist auf jedenfall sehr lesenswert und unterhaltsam und ich hoffe, dass es bald weitere Bände gibt.
13.9.07 18:16





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