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Schlemmen und Wandern II

Die Sturmfreiheit hält noch an. So lud ich noch meinen Freund aus Basel ein. Als Reminiszenz an das Essen wie Gott in Frongkraisch buk ich Crêpes mit zweierlei Füllungen (Schinken-Champignon-Käse und Apfelkompott). Gesättigt schauten wir schöne Filme: 1. "Beresina oder die letzten Tage der Schweiz", eine fabelhafte Satire von Martin Suter. Beim dritten Mal wirkt der Film etwas albern, aber Irina ist und bleibt einfach göttlich. 2. "Ridicule", ein Film über einen französischen Kleinadligen, der bei Louis XVI. um Geld zur Drainage seiner Sümpfe ersucht und sich durch den Intrigendschungel Versailles' schlagen muss. Die wirksamste Waffe sind Bonmots, die man im rechten Moment aussprechen muss, um seinen Esprit zu beweisen und seine Konkurrenten "ridicule" zu machen. Der Film ist ein wunderschönes Bild dieser Epoche: Der gute und vernünftige Geist der Aufklärung gegen den bösartigen und "ridiculen" Esprit des Absolutismus.

Am nächsten Vormittag machten wir uns auf den Weg in den Fryberg. Ich hadere immer noch mit der Präposition: Heisst es "auf dem" oder "im" Fryberg. Der Fryberg ist kein Berg, sondern das älteste Wildschutzgebiet Europas. Man gründete dieses, weil durch das neue Gewehr viel mehr Wild geschossen werden konnte und die Bestände bedroht wurden. Man erklärte vor 450 Jahren das Gebiet zwischen Gross- und Kleintal für geschützt, damit sich die Bestände dort erholen konnten. Erstaunlich, dass es damals schon Bestrebungen zum Tierschutz gab. Diese Vernunft wäre heutzutage sehr wünschenswert, denn es wird bald alles leergejagt, -gefischt, -geholzt und geerntet ohne daran zu denken, dass es vielleicht eines Tages keine Beute mehr gibt. Der moderne Mensch sollte eigentlich viel Vernunft beweisen als jener der frühen Neuzeit. Aber das zeigt doch einmal mehr, dass sich der Mensch nie bessert... Aber zurück zur Präposition. Ein Gebiet verlangt doch viel mehr die Präposition "in", weil es ein geschlossener Raum ist. Aus diesem Grunde wähle ich die Option "im" Fryberg.

Zuerst gab es eine halsbrecherische Fahrt mit dem Bus von Schwanden nach Kies. Wenn er gekippt wäre, wäre er ins Tobel hinunter gestürzt. Aber er kippte nicht. Das letzte, steilste Stück bezwangen wir dann mit der Bergbahn. Oben am Stausee Garichti war es ganz schön kühl, kein Wunder bei 1600 m. ü. M. Wir spazierten dem See entlang, genossen die frische Luft und die schöne Landschaft, wanderten weiter zur Kärpfbrugg, wo uns eine Ziegenherde entgegenkam. Die Geissen waren sehr zutraulich und liessen sich streicheln, die Böcke weniger, ausser einem. War der etwa schwul? Unter der Kärpfbrugg nisteten ein paar Raben. Nicht der gemütlichste Platz, aber sicher sicher. Weiter oben sichteten wir eine Gemsenherde mit Jungen, die einem steilen Berghang entlang wanderte. Und später liess sich auch noch eine Kuhherde streicheln. Der reinste Streichelzoo! Der Abstieg zum Stausee gestaltete sich etwas mühsam, da sich mein Knie von der letzten Wanderung noch nicht erholen konnte und fürchterlich schmerzte. Ich schaffte es aber doch noch die dreihundert Meter abzusteigen.

In Glarus wollten wir uns an Pommes Frites laben, aber die meisten Restaurants hatten Ferien. Wieder einmal typisch Glarus, diese sogenannte Stadt ist einfach tot. Wir mussten uns dann halt an einem Kebapstand stärken. Die faulen Schweizer sollten sich an den Türken ein Vorbild nehmen. Die Pommes Frites waren da nicht schlechter als anderswo und obendrein billiger und wir konnten trotzdem die schöne Aussicht auf den Zaunplatz geniessen, der einem fast ein italienisches Piazza-Feeling bietet.

Zuhause entspannte ich mich dann bei einem heissen Bad mit Musik von Pachelbel.

24.7.08 12:05
 


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