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Paris, ô Paris!

Wenn man Freunde im Ausland hat, muss man die Gelegenheit nutzen um sie zu besuchen. Besonders gerne besucht man Freunde in Paris, denn Paris ist immer eine Reise und vielleicht auch eine Messe wert. Die Weltstadt ist ja fast vor der Haustür bei nur viereinhalb Stunden Fahrt mit dem TGV von Zürich aus, wenn denn das auch funktioniert.

Am Donnerstag begab ich mich zu früher Stunde auf den Bahnhof. Ich wartete und wartete und es wurde schon sechs, der Zug hatte schon zehn Minuten Verspätung, aber nichts! Keine Durchsage! Kein Wunder zu dieser Zeit auf diesem abgelegenen Bahnhof! Jemand hatte die Zivilcourage dieses seltsame Notruftelephon zu bedienen, welches dann die Auskunft gab, dass der Zug nicht komme. Wieso kommen solche Durchsagen nicht von selbst? Bei der DB, bei den DSB und auch anderen ausländischen Bahnen würde mich das nicht überraschen, aber bei den SBB? Immer teurer und immer mieseren Service! Man kann wohl nachempfinden, dass ich sehr, sehr, sehr wütend wurde. Tobend stampfte ich wieder nach Hause und rief die Service Line der SBB an, die 1.19 Fr. pro Minute kostet. Das ist ja die Höhe der Frechheit, dass man für Auskünfte in der Not bezahlen muss. Es wird aber noch besser: Die Auskunft war obendrein völlig inkompetent, fand nur drei TGV-Verbindungen nach Paris, die alle ausgebucht seien, und verwies mich dann hilflos an den Kundendienst, der aber erst ab acht zur Verfügung stehe. Mir fehlte die Geduld, ich schaute auf dem Internet nach und fand mehrere Verbindungen nach Paris pro Stunde, halt mit Umsteigen, aber wen stört das? Hauptsache man kommt ans Ziel! Dieses dumme Huhn, und das muss man sogar noch bezahlen! So eine Unverschämtheit!

Ich fuhr dann aufs Geratewohl nach Zürich, fragte die Conductrice, die besseren Rat zu geben wusste, als das inkompetente, hirnlose Huhn der Service Line. Ich fuhr dann auf ihren Rat nach Basel und buchte dort die Fahrt beim Kundendienst um und bekam sogar noch einen Gutschein für das Bahnhofbüffet um meinen anderthalbstündigen Extraaufenthalt in Basel zu versüssen. Das Chaos geht aber noch weiter. Der Herr beim Kundendienst betonte, dass der TGV am Schweizerbahnhof halte, aber dann kommt prompt eine Durchsage, dass der Zug auf dem französischen Bahnhof halte. Ich begab mich dorthin, wo kein TGV war, sondern ein Regionalzug nach Strassburg. Ich versicherte mich beim Vorstand, oder wer das auch immer war, der nur sagte, dass ich in Mülhausen umsteigen solle. Tatsächlich wartete dann ein TGV in Mülhausen. Die weitere Fahrt verlief dann problemlos, so dass ich dann drei Stunden später heil in Paris ankam.

Nach dieser Nervenprobe musste ich mich erholen und dann konnte ich mit meinem Gastgeber die Stadt besichtigen. Wir stöberten im FNAC herum, wo ich drei schöne CDs (zweimal Purcell und einmal Pachelbel) erwarb, schauten das Palais Royal an, das einen wunderschönen Innenhof hat, speisten in einem schönen Restaurant am Place St.-Catherine und flanierten durch das abendliche Paris.

Am nächsten Tag besichtigten wir das Panthéon, das ein Foucault'sches Pendel, eine schöne Kuppel mit Aussicht und Gräber berühmter Franzosen zu bieten hat, und wir durchforsteten das Ausverkaufsangebot der Modemetropole. Leider gab es die meisten Dinge, die mir gefielen nicht in meiner Grösse, entweder zu klein oder zu gross und die anderen Sachen gefielen mir nicht. Immerhin schaffte ich es zwei T-Shirts zu ergattern. Wir erholten uns dann bei marokkanischem Tee in einem Café und kauften für das Abendessen zu Hause ein.

Am Samstag wollten wir nach Fontainebleau fahren, aber um dahin zukommen, hätten wir im Gare de Lyon sicher eine Stunde anstehen dürfen. An den Wochenenden im Sommer wollen die Pariser natürlich in die Ferien. Immerhin mussten wir für die Billette der Oper nicht lange anstehen. Das Alternativprogramm war dann Picknick in einem kleinen Park im Marais und Besuch im Musée Carnevalet, das ich als reinstes Labyrinth empfand. Das schlimmste war, dass die Mittelalterabteilung geschlossen war. Viel über die Geschichte Paris lernte ich dabei nicht. Am Abend schauten wir dann die Oper Louise von Gustave Charpentier. Es gab ein paar schöne Szenen, aber sonst konnte ich mit dieser naturalistischen Oper nicht so viel anfangen. Eine naturalistische Oper ist sowieso ein Paradox. Ist es naturalistisch, wenn die Pariser Arbeiter und Bohémiens sich singend unterhalten? Lustiger wurde dann der Besuch in einem Club im Marais, wo die Barkeeper oben ohne rumlaufen und ab und zu vor den Gästen duschen. Ich kann nur sagen HOOOT!

Die Rückreise verlief reibungslos, so dass ich pünktlich und unbeschadet wieder zu Hause ankam.


Auf der Kuppel des Panthéons
13.7.08 21:51
 


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