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Des Lustspiels dritter und vierter Akt

Wenn man die Wiederholungskomödie effizienter gestalten würde, könnte man sie von zwei Tagen auf einen halben verkürzen, denn ein grosser Teil besteht aus Warten, Däumchendrehen, Pausemachen oder sinnlosen Herumfahren. Ich begebe ich mich hier in einen delikaten Bereich, denn das viele Nichtstun sollte der Öffentlichkeit unter keinen Umständen bekannt werden. Jeder weiss doch, dass man in diesen Komödien nichts tut. Oder ist gerade das etwa der Grund? Versucht man da einen schlechten Ruf zu korrigieren? Entweder müssen diese Dramen effizienter organisiert werden oder man schafft einfach die kartoffelsackartige Uniform ab, in der man sich sowieso wie ein Sträfling fühlt. In der Alltagskleidung fällt es viel weniger auf, wenn wir untätig draussen rumstehen. Natörläch kann man auch äm Bonker faul romstähen, da säht äs nämand, aber dä Loft äm Bonker äst so schlächt ond äs äst zo kalt. Wenn die Sonne scheint wollen wir nach draussen! Aber nun zu den Akten:

Dritter Akt: Ein Teil der Katastrophenorganisation (dieses vieldeutige Determinativkompositum sagt einiges über das Wesen des Zivilschutzes aus. Das Erstglied kann entweder adjektivisch, also katastrophale Organisation oder genitivisch, also Organisation einer Katastrophe interpretiert werden) besteht eben aus Kartenzeichnen. Solange där Föhrer anwäsend war, arbeiteten wir und als er dann weg war, gab es auch tatsächlich nichts mehr zu tun. Wir plauderten fröhlich (äm Bonker, so dass äs nämand säht!) und gingen dann in die Kaffeepause. In der dritten Szene, wenn man die Pause mitrechnet, gab es wieder so einen lächerlichen Power Point-Vortrag. Der Inhalt war noch erträglich, aber die Weise, wie er vorgetragen wurde war eine reine Lachnummer. Vorgesetzte sollten zumindest so tun, als ob sie es ernst meinen, und weder den Stoff lächerlich darstellen noch vor der Truppe andere Vorgesetzte in absentia denunzieren. Trotz oder gerade wegen der vielen Indiskretionen gab es wenigstens viel zu lachen.

Nach einem Zwischenspiel, dem Mittagessen folgte dann der vierte Akt: Leitungsbau mät däm Föhrer. Der schöne Sonnenschein schien auch ihn munter zu stimmen, so dass er ganz umgänglich war. Die Leitung wurde natürlich so geführt, dass der Zivilschutz möglichst präsent war, nämlich entlang der Kantonsstrasse. Vielleicht hilft das dem zweilfelhaften Ruf etwas ab, wer weiss? Der Schein trügt ja oft, wie wir alle wissen. Denn niemand weiss, was säch äm Bonker abspält. Ponkt fönf, wie geplant, obwohl uns ein früheres Ende verheissen worden war, hörten wir dann auf. Natürlich gab es noch einen Äpelog vom Föhrer, der uns lobte, tadelte und sich für den Einsatz bedankte. Ich kann da nur entgegnen: "Ungern geschehen!" Erleichtert von den Qualen des Wartens und Nichtstuns belohnte ich mich mit dem Kauf zweier T-Shirts und war dann froh zu Hause den kratzigen, hässlichen Pullover und den Rest des Kartoffelsackes vom Leibe zu haben.
22.2.08 20:42
 


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