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Stockholm

Die Nordistik bot wieder einmal eine Exkursion an, nach Stockholm. Da bleibt einem nichts anderes übrig als zuzugreifen. Zuerst musste ich noch ein bisschen bangen, weil die Nachfrage sehr gross war, aber schlussendlich durfte ich doch mit und alle anderen Angemeldeten auch.

Die Reise begann für mich schon am Donnerstag, weil ein Flug sieben Uhr morgens für einen Bewohner des Hochgebirges leider nicht erreichbar ist. Eine gnädige Kommilitonin gewährte mir ein Obdach im Spassviertel der grossen Stadt, wo ich selbst einmal wohnte, im gleichen Haus, nur einen Stock höher. Es hat sich nur wenig geändert: Viel Schmutz, Lärm, Drögies, Alkies und Transen. Wir gönnten uns ein paar Schlummertrünke und kamen erst nach Mitternacht ins Bett. Morgens um halb fünf mussten wir schon wieder aus den Federn und auf den Bahnhof pressieren. Zu dieser unchristlichen Zeit ist natürlich alles geschlossen und wir suchten lange, bis wir ein Gipfeli fanden. Wir hätten deshalb auch fast den Zug verpasst und mussten todmüde und nüchternen Magens zum fernabliegenden Gleis 52 rennen. In der letzten Sekunde erreichten wir den letztmöglichen Zug zum Flughafen.

Nicht viel wacher kamen wir dann am frühen Vormittag im vernebelten Stockholm an und checkten in der gemütlichen, aber engen Jugendherberge ein. Gleich darauf mussten wir schon zum Svenska Filminstitutet eilen. Es wurden uns ein paar Filme von und über Ingmar Bergman gezeigt und einschläfernde Vorträge dazu gehalten. Ich konnte mich nur mit Mühe wach halten. Als die Vorstellung zu Ende war, hatte es auch schon eingedunkelt (um halb vier!). Danach genossen wir den freien Abend mit Essen, Besichtigung von Gamla Stan und Bier in einem Pub mit etwas seltsamen Leuten. Eine Bohnenstange tanzte, als ob sie skilaufen würde und irgendein Bartli lallte uns mit seinem unverständlichen schwedischen Dialekt zu.

Am nächsten Morgen mussten wir schon wieder um neun antreten. Das Programm war wieder gut gefüllt: Moderna Museet, Strindbergmuseet, Kungliga dramatiska Teatern (kurz: Dramaten), Historiska Museet und eine Aufführung von "Ett drömspel" von Strindberg im Dramaten. Das Strindbergmuseum war besonders herzig. Es befindet sich in einer Wohnung, die Strindberg gehörte. Ein sehr herziger Guide (müsste nur zum Coiffeur) zeigte uns das luxuriöse Appartment, das sogar Dusche, WC hatte (damals nicht selbstverständlich) und mit einem Lift erreichbar war. Er unterhielt uns mit Anekdoten des grossen Meisters, der dreimal verheiratet war, Kaffeezeremonien abhielt, Chinesisch lernte und das Treppenhaus wie eine alte Frau durch den Türspion überwachte. Die Wikingerabteilung des Historiska Museet war etwas enttäuschend, wenig Exponate, die obendrein schlecht erklärt waren.

Vor dem Theaterbesuch wollten wir uns noch etwas in der Jugi erholen. Beim Apéro mit Jägermeister merkten wir, dass wir uns beeilen sollten. Der Plan ein Taxi zu rufen schlug fehl, weil alle besetzt waren. Wir mussten also doch durch den strömenden Regen und mit der U-Bahn fahren. Von der Station zum Theater, von dem wir nicht genau wussten, wo es lag, regnete und stürmte es mit aller Heftigkeit. Durchnässt erreichten wir in der letzten Sekunde unser Ziel und wurden gnadenhalber vom Personal noch eingelassen. Die Aufführung war sehr gut, weder konservativ noch pornographisch und mit netten Effekten und Tanzeinlagen. Nur mit dem Schwedisch hatte ich meine liebe Mühe. Strindberg ist halt nicht ganz einfach.

Nach dem Theater versuchten wir vergebens nach einem Restaurant um unseren Hunger zu stillen. Wir landeten schlussendlich in einem Burgerking in Södermalm (muss halt sein, in einem Land ohne Restaurantkultur), von wo aus es dann nicht mehr weit zum Kelly's, einem rockigen Club war. Kein Eintritt - in Stockholm eine Ausnahme - und Bier für 19 SEK!

Am nächsten Morgen war ich natürlich noch müder. Auf dem Programm standen Wasamuseet, Nordiska Museet und Skansen. Im Wasamuseet schaute ich nur den Laden an, weil ich das Museum schon einmal gesehen hatte, kaufte zwei CDs mit Musik aus der Gustaf Wasa-Zeit und ging mit einer Kommilitonin in ein Café. Im Nordiska Mseet gab es eine Ausstellung über die Samen (Sápmi) und in Skansen, dem ältesten Freilichtmuseum der Welt einen Weihnachtsmarkt, viele herzige Bauernhäuser und depressive einheimische Tiere in Gehegen. Der schwermütige Elch tat mir besonders leid. Er sass ganz einsam im Gehege und wandte dem Publikum seinen Rücken zu.

Am Abend assen wir in Gamla Stan, in irgendeinem der zahlreichen Kellerrestaurants, wo wir schlecht bedient wurden, zu wenig warmen Rentierbraten bekamen und natürlich viel dafür bezahlten. Auf dem Heimweg gab es noch ein Bier in Södermalm und zu einer angemessenen Zeit erreichten wir die Jugi. Ich freute mich schon einmal vor Mitternacht ins Bett zu kommen, aber solche vernünftige Vorhaben werden immer durch höhere Mächte verhindert. Ein paar Kommilitonen sassen noch in der Küche und wir gesellten uns dann mit Jack Daniel's dazu. Diese gesellige Runde dauerte dann bis halb vier...

Am nächsten Morgen mussten wir wieder früh aufstehen, frühstücken, auschecken und dann konnten wir uns noch in der Stadt herumtreiben. Ich schaute mich in Åhléns, Nordiska Kompaniet und Gamla Stan um. Ich ergatterte ein paar Folgen von "Matador", eine Bildungslücke, die ich schon lange schliessen wollte. Um fünf traten wir die lange Fahrt nach Arlanda an, standen eine Ewigkeit beim Checkin an, weil die Schweden nicht gerne schnell arbeiten, flogen dennoch pünktlich ab und kamen pünktlich an. Keine Selbstverständlichkeit, besonders nicht in der eigentlich emsigen und pünktlichen Schweiz!

Jetzt muss ich mich von den Strapazen kurieren.
5.12.07 20:59


Schmerzliche Klage der Arm-Verlassenen

Ach, du schönster meiner Seelen!
Du nur meines Lebens frewd!
Soll ich mich noch lange quelen
Eh' herein bricht diese Zeit,
Da ich frewdig sagen kan,
Daß du kömpst, mein Liebster an.

Denn, so lang das nicht geschiehet
Ist nur tieffes Hertze-Leidt;
Auch die arme Seel bemühet
Sich, in stettem Todes-Streit,
Und ist nichts alß Angst und Weh,
Ich geh, liege, oder steh.

Doch, wenn nur in diesem Zagen,
Du, der schönen Frewden Kron,
Wolttest mir ein Wort zusagen,
Müste alles Leid davon,
Und ich würde Frewde sehn,
Gleich alß die dort oben stehn.

So dir'ss aber nicht gefellet,
Das ich hier genieße Frewd,
Ach, würd' ich doch zugesellet,
Jener schönen Ewigkeit,
Dass ich heute sagen kan,
Da kömpt mein Hertzliebster an!
7.12.07 10:36


Belle qui tiens ma vie

Thoinot Arbeau (1520-1595)

Belle qui tiens ma vie,
Captive dans tes yeulx,
Qui m'as l'ame ravie
D'un soub-ris gracieux,
Viens tot me secourir,
Ou me fauldra mourir.

Pourquoi fuis tu, mignarde,
Si je suis pres de toy?
Quand tes yeulx ie regarde
Je me perds dedans moy,
Car tes perfections
Changent mes actions.

Approche donc, ma belle,
Approche toy mon bien,
Ne me sois plus rebelle
Puis que mon coeur est tien,
Pour mon mal appaiser,
Donne moi un baiser.
14.12.07 22:17


Augun mín og augun þín

Augun mín og augun þín,
Ó þá fögru steina!
Mitt er þitt og þitt er mitt,
þú veist, hvað ég meina.

Langt er síðan, sá ég hann,
sannlega fríður var hann.
Allt sem prýða má einn mann,
mest af lýðum bar hann.

Þig ég trega manna mest,
Mædd af tára flóði.
Ó að við hefðum aldrei sést,
Elsku vinur inn góði.

Vatnsenda-Rósa

(Meine Augen und deine Augen,
Oh diese schönen Steine!
Meins ist deins und deins ist meins,
Du weisst, was ich meine.

Lange ist es her, dass ich ihn sah,
wahrhaft schön war er.
Alles was einen Mann schmücken kann,
trug er am meisten von allen Leuten.

Um dich trauere ich am meisten von allen,
Ermüdet von der Flut der Tränen.
Ach, hätten wir uns doch nie gesehen,
mein geliebter, guter Freund.)
17.12.07 19:12


David om Jonathan

Som melk er kongedøtrenes profiler
og slik som hvete dufter deres hår.
Som gode marker er de når de hviler,
og som løvinner er de når de går.

Ja, deres gang er prektig som løvinners,
men Jonathan, du falt på meg som regn!
Din kjærlighet var søtere enn kvinners,
og David spirte som en vårlig egn.

Jeg vokste og blev herlig i vår lek,
av kjærlighet til dig, til kongesønnen,
jeg var en vidje, og jeg blev en ek,
blev selv til konge, å men du var brønnen

som gav mig kraft og mot i mine lemmer,
og for å røre ved og se på dig
kom David ofte frem fra sine gjemmer,
fra huler, fjell og øde ørkenvei!

Du var som vannet i en bekk fra fjellet,
ditt blikk og håndtrykk har jeg badet i,
Og om vår elskov skal min sang fortelle,
når all andre sanger er forbi!

Jens Bjørneboe
30.12.07 00:00





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