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Halleluja Berlin!

Alle zwei Jahre versammeln sich die deutschsprachigen Skandinavisten zu einer Tagung, heuer in Berlin. Drei Gründe nach Berlin zu gehen: 1. Tagung, 2. Liebe, 3. Berlin selbst :-)

Die Tagung war sehr interessant, es gab viele Vorträge von Dissertationen, Projekten und Magisterarbeiten. Einige waren nicht so spannend. Es ist halt ein bisschen Geschmackssache: Futur im Isländischen, Einfluss des Samischen in den nordgermanischen Sprachen, der bestimmte Artikel im Altschwedischen, u.v.m. Natürlich durfte auch das soziale Programm nicht fehlen: Empfang in den nordischen Botschaften. Es gab viel zu essen und zu trinken, aber von den Botschaftern war nichts zu sehen. Einer schickte seine werte Gattin um eine Begrüssungsrede zu halten. Langweilige Reden müssen sein, denn das Essen muss man sich verdienen. Dann gab es auch schöne Ausflüge. Mich zog es an den Müggelsee, wo der grosse Frauenhasser Strindberg logierte und sich die Kante gab. Ein Balina Orjinal paa Exzellenz vom histerischen Verein führte uns herum. Die Führung dauerte zwei Stunden, wir sahen ein paar Strassen von Friedrichshagen und etwa zehn Prozent handelten von Strindberg, der Rest von der lokalen Bohème. Der Jute wollte uns sogar die Hauptattraktion, den Müggelsee unterschlagen, aber wir insistierten heftigst. Die Tagung wurde mit einem löblichen Abschlussbankett im Cum Laude (ehemals DDR-Prof-Mensa), wo viel Wein floss, der von einem süssen Kellner kredenzt wurde, feierlich beendet.

Dann erholte ich mich noch eine Woche von der Tagung. Wenn man schon ma in Balin is... Es gab diverse Kinofilme zu sehen: "Ha Buah" und "Walk on the Water" von Eytan Fox, meinem israelischen Lieblingsregisseur. Mein Liebling Joe Sweid spielte auch mit. Dann "Hallam Foe" mit Jamie Bell und "The Bourne Ultimatum" (zwei andere Lieblinge). Berliner Kinos sind immer ein Genuss, schön viel Platz, bequeme Sitze, Nostalgie und günstige Preise (4-7EUR).

Kultur darf natürlich auch nicht fehlen: Ausstellung "Königsgräber der Skythen" im Martin-Gropius-Bau: Es gab viel Gold zu sehen, und viele Rentner, die Busweise eingefahren wurden, versperrten den Weg. KZ Sachsenhausen: Man muss sich das einfach mal antun, aber schön ist es nicht. Man ist an dem Ort, wo all die Greuel geschahen, sieht Klos, in denen Leute ertränkt wurden, die engen Schlafsäle und zahlreiche Biographien von Opfern, aber auch von den Tätern. Zu welchen Grausamkeiten der Mensch möglich ist. Besonders schrecklich ist, dass es ja immer noch solche Institutionen gibt, z. B. in Nordkorea.

Sport muss auch sein:
Berlin ist absolut flach, abgesehen von ein paar künstlichen sogenannten Bergen (besser gesagt kleine Erhebungen des Bodens). Wir bestiegen den Humbolthain, die grösste Höhendifferenz, die ich in zwei Wochen überwunden habe. Vielleicht war die Kuppel der Neuen Synagoge etwas höher. Dann spazierten wir im Treptower Park (riesig!) und auf der Pfaueninsel im Wannsee.

Jetzt muss ich die verpassten beiden Wochen nachholen, Stress!!!
3.10.07 10:06


Tirano

Endlich wieder Italien, auch wenn nur kurz und sehr nahe an der Heimat! Tirano ist eine kleine Stadt im Veltlin, das eigentlich zur Schweiz gehörte, wenn es die dummen Eidgenossen am Wiener Kongress nicht verhängt hätten, liegt aber im GA-Bereich. Eigentlich waren die Eidgenossen sehr weitsichtig (vielleicht unbewusst bzw. unwissentlich): denn, wenn Tirano in der Schweiz läge, könnte man dort nicht so preiswert essen und einkaufen.

Im Rahmen der VGS pilgern wir deshalb jeden Herbst ins Veltlin um es uns gut gehen zu lassen. Die Fahrt ist etwas lange, weil man sich mit der Rhätischen Bahn durchs Bündner Hochgebirge schlängeln muss. Aber man wird bei schönem Wetter durch optische Delikatessen entschädigt: Hohe Berge, tiefe Schluchten, atemberaubende Viadukte, Gletscher, goldene Lärchen und weiter oben eine karge fast arktische Landschaft, die mich immer so schön an Island erinnert. Weil es das schöne Wetter erlaubte, stiegen wir in Alp Grüm aus und wanderten hinunter nach Poschiavo. Es war etwas kühl, aber sehr belebend nach dem langen Sitzen etwas die Füsse zu vertreten. Das Vertreten kam wegen des schlechten Schuhwerks einem Verstauchen gefährlich nahe. In Poschiavo führte ein bärtiger Hirte gerade seine Herde, bestehend aus Schafen, einem Lama (oder Alpaka, oder sonst einem Vieh aus den Anden) und zwei Eseln durch das Dorf. Obwohl uns der Weg von den blökenden Tieren abgeschnitten wurde, erreichten wir noch rechtzeitig den Zug nach Tirano. Wir stärkten uns zuerst mit einem Apéro: Ceres. Es ist schön jütisches Bier zu trinken, aber in Italien? Leider haben es die Italiener nicht so mit dem Bier. Dafür sind sie in anderen kulinarischen Errungenschaften erfahrener, in deren Genuss wir bei der "cena" kamen: Bresaola, Pizzoccheri Valtellinesi, Tiramisù und natürlich viel Vino rosso und Grappa.

Am nächsten Tag war dann schon wieder die Heimreise. Leider fanden wir keinen Laden, der am Sonntag offen war, so dass ich keine Köstlichkeiten wie Pizzoccheri, Veltliner, Grappa usw. importieren konnte. Man bekommt zwar fast alles davon in der Schweiz, nur viel teurer. Und wo bleiben die Souvenirs? Wir quietschten dann mit leeren Taschen den ganzen Weg wieder zum Bernina-Pass hoch (1500 Höhenmeter) und kehrten dann noch in Pontresina zum Mittagessen, zu Schweizer Preisen *stöhn*, ein.

Jetzt muss ich wieder den Weg vom Dolce far niente zur helvetischen Emsigkeit finden...
14.10.07 19:04





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