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Letzte Woche war ich am Eröffnungsfilm des Pinkapple Filmfestivals. Leider waren nur noch Billette für die dritte Reihe zu bekommen, was im Arthouse Le Paris nicht so bequem ist, weil man dann kaum die ganze Leinwand überblicken kann und reif für einen Chiropraktiker wird.

Dass es sich um ein Schwulen(und auch Lesben, ja!)filmfestival handelte, konnte man schon beim Betreten des Kinos riechen. Es roch wie in einer Parfümerie. Bei der Eröffnung des zehnten Festivals musste natürlich etwas geboten werden. Wir wurden durch zahlreiche enthusiastische Reden beglückt und warteten nur ungeduldig auf den Film, wegen dessen wir gekommen waren. Unsere Geduld wurde dann durch zwei Komikerinnen weiter strapaziert, die einen etwas plumpen Sketch zum Jubiläum boten. Der Sketch, dafür konnten die Komikerinnen zwar nichts, passte auch ganz schlecht zum tragischen Inhalt des Filmes. Man hätte wohl Tragikerinnen aufbieten sollen.

Der Film "The Bubble" wahr ausgezeichnet und übertraf "Yossie&Jagger". Leider spielte der wunderschöne Schauspieler von Jagger nicht mehr mit, dafür ein neuer: Yousef Sweid, der es mit Jagger aufnehmen kann. Er spielte Ashraf, den palästinensischen Geliebten Noams (Schauspieler von Yossie). Natürlich kann eine Liebe zwischen einem Palästinenser und einem Israeli nicht gut ausgehen, noch weniger wenn sie homosexueller Natur ist. Die Handlung war etwas stark konstruiert. Wieso wurde gerade Noams Mitbewohner bei einem Attentat verletzt und wieso gerade Ashrafs Schwester bei einem Racheakt der Israeli umgebracht? Die Handlung hat Züge eines Shakespeare-Dramas, besonders was den Schluss angeht. Trotz des unglücklichen Endes war es ergreifend die wunderschöne Liebesgeschichte mitzuverfolgen und den schönen Yousef anzuschauen. Es war auch interessant etwas Ivrit zu hören, eine Sprache die noch reicher an Gutturalen ist als das Schweizerdeutsche.

Die Veranstalter erheiterten das konsternierte Publikum noch mit etwas Wein, sonst wäre der Abend ein reiner Abstieg gewesen, von den lesbischen Dominae bis zur Explosion in Tel Aviv. Einzig die hochangepriesenen Häppchen von Dani H. hätten etwas mehr sein dürfen. Vier Tablette für ein volles Kino sind eher ein Zeugnis von Geiz als von Grosszügigkeit. Immerhin konnte ich das Manko mit drei Gläsern Wein ausgleichen.

Im September kommt "The Bubble" im Kino. Unbedingt anschauen!
14.5.07 00:39


Nach Belletz

Anlässlich des Urkundenkolloquiums in der Geschichte fuhren wir ins schöne, warme Tessin, wo die Urkunden, welche wir edieren, herstammen. Ich musste in aller Herrgottsfrühe aufstehen, um fünf. Es wunderte mich, dass es schon hell war.

Die Zugsverbindungen vom Glarnerland in den wärmeren Teil der Schweiz sind nicht die besten, so dass es gleichlang dauert den Umweg über Zürich zu fahren, wie direkt nach Arth-Goldau zu fahren. Ich fahre dann lieber nach Zürich, als dass ich in den frühen Morgenstunden durch die Pampa tuckere. Mit dem Cisalpino ging es dann Richtung Bellinzona, oder Belletz, wie es so schön in meiner Urkunde der löblichen Eidgenossen aus dem 16. Jahrhundert heisst.

Wenn man mit dem Zug die Gotthardröhren hinter sich gebracht hat, kommt man in eine andere Welt, zwar Berge, aber dazwischen befindet sich eine ganz andere Architektur, bunter, mehr Stein, Kirchtürme mit sichtbaren Glocken, bröckelnde Fassaden, so wie man sich das in Italien vorstellt. Lustig ist nur, wenn man nach Überqueren der Grenze die richtige Italianità erlebt.

In Bellinzona empfing uns warmes Sommerwetter und ich ärgerte mich, dass ich lange Hosen anhatte. Wir fuhren direkt ins Archivio dello Stato, wo der Dozent die Handschriftensammlung zeigte und dann durften wir unsere eigenen Pergamente auspacken. Mit UV-Lampe konnte ich die schlecht lesbaren Stellen entziffern und mit sanfter Gewalt, konnte man auch sehen, was sich in den Falten verbarg. Nachdem die Transskription vollendet war, fuhren wir auf eine Alp des Dorfes Gnosca: Sengende Sonne, Eidechsen, schiefergedeckte Häuschen und Picknick. Gesättigt fuhren wir wieder hinunter, wollten die Dorfkirche anschauen, die aber wegen Diebstahlrisikos geschlossen war, und fuhren darauf wieder nach Bellinzona, wo wir eine Gelateria stürmten und dann das Castel Grande, eine der drei Trutzburgen Bellinzonas.

Nach ausgiebigem Biergenuss in einem Caffè auf einer kleinen Piazza fuhren wir wieder zurück in den Norden.
24.5.07 23:42





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