Kevinurinn
Kevinurinn



Kevinurinn

  Startseite
    carmina
    libri
    de rebus gestis Coemgeni
    Dagbog på dansk
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   Alternativen zum färöischen Ringtanz
   Harpa
   Einfach charmant
   Schweizertysk for nordmænd
   Für Schwestern
   Für Goten und dergleichen
   Für Weiterbildungswillige
   Für Fans des Nordens



http://myblog.de/kevinurinn

Gratis bloggen bei
myblog.de





Tur til Alpstein

Nu var det for længe siden, at jeg sidst skrev noget dansk i dagbogen. Jeg skal undskylde den lange skrivepause. Jeg håber at I har imidlertid lært noget tysk, så at I alligevel kunne følge mit spændende liv.

I weekend var jeg oppe i Alpstein, det er en region i kanton Appenzell som ligger i Østschweiz. Appenzell er frem for alt berømt for sin ost og at menneskerne der er små som dværge. Appenzell er desværre også berømt for noget andet, nemlig at de blev tvunget af højesteretten til at indføre valgretten for kvinder i 1991, javel NITTENhundrede ikke ATTENhundrede og efter kristi fødsel. Kanton Glarus er jo ikke særlig bedre, fordi der blev halshugget den sidste heks i 1782 (også efter kristi fødsel). Hver Kanton har sin skamplet. Aargauerne kan ikke køre bil, bernerne snakker for langsomt, tessinerne vasker italienernes mafiapenge osv.

Vi kørte alligevel derop. Vi vil jo bare nyde livet, om kvinderne må stemme eller ej. De skal alligevel stå i køkkenet, hehe! Vejret var desværre ikke det bedste, det var lidt koldt og fugtigt og 1000m over havet var der selvfølgelig sne. Jeg var heldigt, at jeg ikke endnu havde disloceret min vintergarderobe til mine forældre. Sådan var jeg godt beskyttet mod vinterkulden med min islænderhue.

Om aftenen spiste vi noget lækkert i restauranten og drak vin. Jeg spiste Bärlauchspätzle, som jeg desværre ikke kan oversætte til dansk: Spätzle (=småspurve) er en slags nudler og Bärlauch (=bjørneløg) er en urte som vokser om foråret og lugter hvidløg. Det er et populært krydderi hertillands og bruges til pasta, pølser, pesto, ost osv. Som digéstif fik vi naturligvis en Appenzeller, det er en slags bitter, næsten som Gammeldansk, men ikke så bitter. Det smager pisseulækkert men gør godt efter en righoldig middag.

I lørdags ville vi så vandre, men det var ikke særlig morsomt at vandre gennem den våde sne og dessuden så vi flere laviner, så at vi nøjedes ved at gå omkring søen. Efter den anstrængende tur spiste vi piknik ved søen og vendte tilbage til bjerghytten, hvor vi drak the indtil aftenen. Så spiste vi atter middag, den gang Älplermagronen (penne med ostesovs, stegt løg, bacon og æblemos), Appenzeller som digestif, som den gang virkelig var nødvendigt.

I søndags havde vi nok af bjergluften. Det var faktisk lidt kedeligt at der var sne om juni. Det ville have været rigtig dejligt om foråret eller om efteråret, men om juni? Der skal skinne solen og køerne skal stå på engen. Vi er jo ikke i Grønland, for pokker!

Så er jeg tilbage i den civiliserede by og arbejder flittigt og venter på sommeren... gid den ville komme.
6.6.06 00:15


Ein Stück Weltliteratur

Meine Übersetzungen sollen nicht nur meinen Tutorierten zugutekommen, sondern auch der Öffentlichkeit. Die Literatur des mittelalterlichen Islands ist hier im warmen Süden viel zu wenig bekannt und es ist an der Zeit etwas zu ändern.

Ich will noch vorwegnehmen, dass nicht meine Übersetzung so hölzig tönt, sondern die Sagas tatsächlich in einem solchen Stil geschrieben sind, möglichst knapp, einfach und objektiv.

Hier also eine Kostprobe aus der Saga von Egil Skallagrímsson:

50. Kapitel
[...] Als Egil zwölf Jahre alt war, war er so gross von Wuchs, dass nur wenige Männer so gross und stark gebaut waren, dass Egil gegen die meisten von ihnen im Spiel nicht gewinnen würde. Im Winter, der sein zwölfter war, spielte er oft. Thord Granason war damals im Alter von zwanzig. Er war sehr stark. Es kam oft vor, als der Winter voranschritt, dass Egil und Thord gegen Skallagrim (Egils Vater) spielten. Es geschah einmal im Winter, der dem Ende zuging, dass ein Schlagballspiel in Borg südlich von Sandvik statt fand. Thord und Egil spielten gegen Skallagrim und er ermüdete ihretwegen, und es war für sie umso leichter. Aber am Abend nach Sonnenuntergang, wurde es für sie schlechter; Skallagrim wurde so stark, dass er Tord hochhob und so fest zu Boden schleuderte, dass er gänzlich erlahmte und sofort starb; dann griff er nach Egil.
Thorgerd Brak hiess Skallagrims Magd; sie hatte Egil in seiner Kindheit aufgezogen; sie war gross für eine Frau und stark wie Männer und sehr zauberkundig. Die Brak sagte: "Lässt du deinen Zorn jetzt an deinem Sohn aus, Skallagrim?" Skallagrim liess Egil los und griff nach ihr. Sie wich schnell aus, rannte davon und Skallagrim ihr hinterher. Sie kamen bis an die äusserste Spitze der Landzunge Digranes. Dann sprang sie von einem Felsen ins Wasser. Skallagrim warf ihr einen grossen Stein hinterher und traf sie zwischen den Schultern, und keines von beiden tauchte seither wieder auf. Diese Stelle wird jetzt Brakarsund (Bucht der Brak) genannt. Am Abend, als sie heim nach Borg kamen, war Egil ausser sich vor Zorn. Als sich Skallagrim und die Hausgemeinschaft an den Tisch gesetzt hatte, war Egil nicht an seinem Platz, sondern ging in den Wohnraum zu dem Mann, der Skallagrim der teuerste war und zusammen mit ihm die Leitung über den Hof inne hatte. Egil schlug ihn zu Tode und ging dann zurück an seinen Platz. Skallagrim sagte nichts darüber und die Angelegenheit war von da an ruhig. Vater und Sohn sprachen nichts mehr mit einander, weder Gutes noch Schlechtes, und so ging es den ganzen Winter lang weiter.
8.6.06 22:31


Christopher Street Day

Letzten Samstag zelebrierte die Gayness ihr jährliches Dasein mit bunten Drag Queens und Schwarzen Fetischisten und einem mittelbuntfetischistischen Dazwischen. Den Umzug liess ich mir entgehen, man kann ja nicht nur feiern, sondern sollte ab und zu auch etwas arbeiten.

Weil der Umzug viel zu langsam war (wahrscheinlich zu viel Berner), wartete ich dementsprechend unnötig lange auf dem ausgestorbenen Turbinenplatz auf meine Kollegen. Ich konnte mir schon mal in aller Ruhe die Stände anschauen: Drei vier Stände boten dasselbe Essen an (asiatisches Wokzeugs), dann gab es noch ein paar wohltätige Organisationen, einen Niveastand, wo ich die Müsterchen abräumte und das vulgärste des ganzen Anlasses: Eine Rodeomaschine, also so eine Art Schwankmobil, wie es sie einst vor Supermärkten gab, und die unsere Kindheit bereicherten, mit einem Kuhfell darüber. Hier zeigt sich also schon der Einfluss von Brokeback Mountain. Es gab natürlich auch schon die ersten Cow Gays und sogar einen Indianer, obwohl im Film keine vorkommen. Es gibt also Leute, die doch noch Ideen haben, oder war da etwa "Der Schuh des Manitu" im Spiel? Schwule lassen sich viel zu sehr von Kino, Werbung und Mode beeinflussen und ahmen unreflektiert alles nach, ob es jetzt blöd aussieht, wie 5-Tagebärte und Vokuhilaschnitt oder nicht.

Neben den Cowgays gab es noch andere groteske Figuren: eine Diva in Strumpfhosen, mit Peitsche, eine Diva mit toupierten Haaren, in türkisem Kostüm, ein heterosexuelles Lederteam (was haben die am CSD verloren?), das sich gegenseitig den Arsch ableckte, zahlreiche Matrosen u.v.m. Alle Jahre dasselbe wieder. Was ich wohl letztes Jahr alles verpasst habe?

Nach vier gönnte ich mir ganz nach Vorschrift ein Bier und dann eins nach dem andern um die furchtbare Hitze und den grotesken Anlass zu ertragen. Als die Leute des Umzugs einmarschierten, wurde der Platz plötzlich voll und ungemütlich. Es gibt da kein gesundes Mittelmass, entweder zu leer oder zu voll, genau wie das Wetter, entweder zu kalt oder zu heiss.

Am Abend waren natürlich Parties angesagt, die alle einen horrenden Eintritt hatten. Wieso soll ich doppelt so viel für eine Gayparty zahlen, nur weil CSD ist und dort noch ein paar Pampabewohner herumtummeln? Wir bekamen zum Glück Gratiseintritte fürs Tüll und gingen dorthin. Dies war meine Tüllpremiere. Der schlechte Ruf, der ihm vorauseilt, und der hohe Eintritt zu den angemessenen Zeiten hielten mich lange davon ab. Dieser Besuch war aber wircklich eine Bereicherung, im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir fanden zwei Zwanzigernoten auf der Treppe und teilten sie ehr- und redlich. Dann gingen wir gratis hinein, vor uns noch eine Gruppe Teenielandeier, die blechen mussten. Sind die blöd! Das Interieur strapazierte mein Gefühl für Geschmack ein bisschen, aber ich bin in dieser Beziehung halt etwas borniert: Gigantische Kronleuchter, goldgerahmte Spiegel, Matrosen in der Bar und einen Passoa-Orange als Shot. Es war ja zum Glück alles gratis und wir kriegten ja obendrein noch einen Bonus. Der berühmtberüchtigte "second floor" mit seinen Versuchungen entging mir leider. Beim nächsten Gratiseintritt dann.
15.6.06 22:49


Þjóðdagurinn - Der isländische Nationalfeiertag

Am 17. Juni feiern die Isländer die Gründung ihres Staates von 1944. Also gar nicht so lange her, aber wir Schweizer dürfen uns nicht viel einbilden, denn unser Staat enstand auch nur ein knappes Jahrhundert früher und den Nationalfeiertag haben wir erst seit 1891, also 600 Jahre nach unserer mythologischen Staatsgründung.

Wie auch immer. Die Isländischlektorin lud uns zu sich heim nach Basel ein. Ich schleppte zwei CDs mit isländischer Musik, zwei Sixpacks Carlsberg (leider die WM-Version, aber anderes war nicht erhältlich) und eine Flasche Brennvín, der abscheuliche isländische Schnaps, aber er ist unentbehrlich um isländische Speisen essen zu können, die uns die Lektorin aus Island mitbrachte: Algen (söl), Trockenfisch (harðfiskur), geräuchertes Lammfleisch (hangikjöt) und Rotkohl (rauðkál). Man muss wissen, dass Island im Nordatlantik liegt und einem rauhen Klima ausgesetzt ist, so dass die Vegetation nicht sehr reich ist und man gezwungen war das zu essen, das vorhanden war. Dank der Globalisierung sieht die Lage heute etwas besser aus. Es gibt noch viel bizzarrere Leckereien wie fermentierten Haifisch (hákarl), gesengte Schafsköpfe und Widderhoden. Nur Speisen für fortgeschrittene Gourmets!

Es gab auch noch für unseren Geschmack essbare Speisen wie Waldorfsalat, schwedischen Mandelkuchen, Stocki und Erbsen. Es kamen auch zwei Isländer, so dass es reichlich Gelegenheit gab isländisch zu sprechen, wozu ich seit einem Jahr nicht mehr richtig die Möglichkeit hatte.

Der Brennivín hinterliess dann am Sonntag seine Wirkung. Ich bin froh, dass ich im Schnittbereich von Bier- und Weingürtel lebe, denn die hiesige Trinkkultur ist wesentlich besser bekömmlich und das Essen auch.

Nächsten Samstag wird dann schwedisch gefeiert, nämlich Mittsommar.
19.6.06 22:12


Mittsommer

Letzten Samstag feierten wir Mittsommer, ganz entgegen der Tradition, denn Mittsommer feiert man in Schweden immer an einem Freitag und in Dänemark und Norwegen immer am 23. Juni (Johannis). Heuer hätten sich die beiden Daten getroffen, aber da kam natürlich ein Blockseminar dazwischen. Wir wollten den Teilnehmern ja nicht zumuten, dass sie verkatert in dieses Blockseminar gingen, und verschoben das ganze auf den Samstag. Der Witz war nur, dass niemand aus diesem Blockseminar ans Mittsommerfest kam. So ist das Leben ...

Ob Freitag oder Samstag, man kann an beiden Tagen ausgiebig feiern. Wir schleppten literweise Bier und viel Essen auf den Zürichberg hoch, markierten die Wege mit Ballons, damit sich auch ja niemand im Wald verläuft und legten ein Feuer für die Würste. Zuerst wärmten wir uns mit Bier und Kubb auf und brieten unsere Würste zu Asche, wie es sich gehört. Dann wollten wir schon den Maibaum für den traditionellen Ringtanz aufstellen, als uns ein heftiges Gewitter einen Strich durch die Rechnung machte. Kein Mittsommer ohne Regen, das ist nicht anders als am ersten August. Wir hatten zum Glück ein Obdach und konnten dort weiter schlemmen und Wodka trinken mit den traditionellen Gesängen "Helan går" und "Halvan går". Den Ganzen und den Halben habe ich runtergekriegt, dann stellte ich wieder auf Bier um, weil meine Leber noch vom Vorabend erschöpft war. Heutzutage darf man ja keine Arbeitnehmer mehr strapazieren, sonst kriegt man es mit den Gewerkschaften zu tun. Jeder Spass wird einem verdorben.

Irgendwann hört jedes Gewitter auf und wir konnten den Maibaum aufstellen und die albernen Tänze "Små grodorna" und so aufführen. Zum Glück hat das niemand anderes gesehen. Vom Tanzen wird man wieder durstig und fischt sich ein Bier aus dem Brunnen. Für Schweizer Verhältnisse schon spät, aber für skandinavische eher früh begaben wir uns auf den Abstieg vom Zürichberg. Wir hatten es nicht einmal geschafft das ganze Bier aufzutrinken, so dass wir noch unnötige Lasten mit uns schleppen mussten. Das lächerliche Nachtbusnetz der Provinzstadt Zürich war da auch keine Hilfe. Der Bus fuhr uns FÜNF Minuten zu früh vor der Nase weg. Für diese Zumutung sollte man noch 5 Franken draufzahlen, haha! Die Zürcher rühmen sich ja so für ihre tollen ÖVs, aber der nächtliche Service ist noch auf vorsintflutlichem Niveau. Kein Wunder haben die Schweizer immer noch das Gefühl, dass sie bei einer Party vor Mitternacht nach Hause gehen müssen. Wenn die ÖV-Lage besser wäre, würde sich das auch ändern.

Vielleicht lernen die Schweizer eines Tages doch noch zu feiern.
26.6.06 00:35


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung