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Reise nach Mostindien

Gestern wagte ich mich wieder einmal aus der Stadt heraus, was einem sehr schwer fällt, weil es in Zürich ja schon alles gibt. Wieso sollte man diese Stadt verlassen? Es gibt tatsächlich Gründe, nämlich ein Filmfestival namens Pink Apple. Da man so vielbeschäftigt ist, verpasst man teilweise das kulturelle Angebot dieser tollen Stadt und ist dann schlussendlich gezwungen, das Verpasste in der Provinz nachzuholen.

Mit einem GA fällt das einem besonders leicht und Frauenfeld ist ja gar nicht so weit entfernt, gehört praktisch zur Agglo. Der Film "Third Man Out" war eher mittelmässig. Der Detektiv war zwar sehr gutaussehend und es gab auch noch zwei drei andere gutaussehende Typen (z.B. den Kasperletheatertypen), aber die Handlung war ein bisschen zu konstruiert. Der Detektiv lebte auf spiessbürgerlichste Art und Weise mit seinem Freund zusammen: Im Einfamilienhaus mit Hund, es fehlten nur noch die Kinder. Es sah weiter so aus, dass die ganze Prominenz im Film schwul war und sich mit Strichjungen in zwielichtigen Hotels vergnügte. Die gutaussehende Schauspieler machten immerhin einen Pluspunkt aus.

Ich fahre trotz allem nochmals in den helvetischen Orient um in rosaroten Filmgenuss zu geraten, ich hoffe, dass der nächste Film aber besser ist.

Die Moral der Geschicht': Man sollte (als Zürischnurre) ein bisschen öfter die Stadt verlassen um den Horizont zu erweitern. Man verlässt faktisch auch gar nicht die Stadt, man fährt ja nur in die Agglo.

Also liebe Zürcher, lernt eure Umgebung besser kennen, besonders das Glarnerland, das nebenbei auch noch schön macht!
14.5.06 23:55


So ein Tag...

Ich sollte eigentlich für meinen Vortrag in drei Wochen arbeiten, aber als eingefleischter Epikureer richte ich mich wieder einmal ganz nach der Voluptas aus und blödele im Internet herum und höre etwas Chopin (wenigstens eine gute Sache).

Gestern habe ich einen schönen Film gesehen: "Latter Days". Eine oberflächliche, urbane Tucke verliebt sich in einen Mormonenmissionar, wie im Märchen. Der ganze Film war etwas märchenhaft, denn der Mormone macht aus dem oberflächlichen Lebemann einen besseren Menschen, der plötzlich nach einem tieferen Sinn im Leben sucht, und gibt sich ohne grossen Widerwillen und moralische Bedenken dem sündhaften Sodomitenteufel hin. Ein amerikanischer Film halt mit einem dicken Happy-End, davon abgesehen war er halt doch schön, besonders der Mormone, und man bekommt plötzlich wieder so ein Gefühl, dass es doch wahre Liebe gibt. Aber Wo? Soll ich es mal mit einem Zeugen Jehovas versuchen oder mit einem gläubigen Katholiken? Mit einem pietismusverhafteten isländischen Lutheraner habe ich es schon erfolglos versucht... Ich bin aber auch keine oberflächliche, urbane Tucke, muss mir etwas anderes suchen. Muss Liebe so kompliziert sein? Ja, denn sonst wäre sie gar nicht so interessant.

Sprechen wir lieber von handfesten Dingen: das Wetter. Im Kalender steht etwas von Mai, aber das Wetter sieht eher nach April oder November aus. Hat das mit dem Klimawechsel zu tun oder damit, dass der Böögg entführt wurde? Also sind die Kommunisten daran schuld, oder etwa die Freimaurer oder gar die Franzosen? Oder haben wir den Göttern zu wenig geopfert? Fragen über Fragen, und das Wetter wird davon auch nicht schöner. Also lassen wir es doch das ganze. Ich suche ja nur nach Vorwänden mich vor meinem Vortrag zu drücken.

Hätte ich mich beim letzten mehr bemüht, wäre nicht ein solche Komödie daraus entstanden: Es ist nicht lustig, dass Oslo im Spätmittelalter mehrmals von Bränden heimgesucht wurde, das war einfach so damals, es gab keine Feuerwehr und die Holzhäuser brannten natürlich wie Zunder. Das ist nicht lustig! Und im achtzehnten Jahrhundert kamen Leibesstrafen aus der Mode, ja zum Glück! Wer möchte heutzutage noch für Sodomie verbrannt, ja überhaupt bestraft werden? Auch das ist nicht lustig! Nächstes Mal werde ich den Vortrag zur Strafe vom Blatt lesen, damit sich alle langweilen, und sich niemand amüsiert. Vorträge an der Uni sind kein Amusement sondern bitterer Ernst.

Jetzt brauche ich noch ein Tässchen Tee, weil es so kalt ist. Wieso hört der Winter nie auf?
30.5.06 21:19





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