Kevinurinn
Kevinurinn



Kevinurinn

  Startseite
    carmina
    libri
    de rebus gestis Coemgeni
    Dagbog på dansk
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 



  Links
   Alternativen zum färöischen Ringtanz
   Harpa
   Einfach charmant
   Schweizertysk for nordmænd
   Für Schwestern
   Für Goten und dergleichen
   Für Weiterbildungswillige
   Für Fans des Nordens



http://myblog.de/kevinurinn

Gratis bloggen bei
myblog.de





Samstag, den 4. Februar 2006

Ich stelle gerade fest, dass dies mein erster Eintrag im neuen Jahr ist. So neu ist es gar nicht mehr. Der Januar ist schon vorbei und der Februar seit kurzem angebrochen. Zum Gl?ck ist der Februar so kurz, denn er ist der schrecklichste Monat des Jahres. Er ist kalt, grau, trist, man ist des Winters ?berdr?ssig und sehnt sich nur noch nach dem Fr?hling. Obendrein werden wir zur Zeit auch noch vom Feinstaub geplagt, der sicher an meinem Halsweh schuld ist. Er ist grunds?tzlich an allem Schuld. Es ist sch?n einen S?ndenbock zu haben.

Meine scheinbare Schreibfaulheit begr?ndet sich nicht durch Unwillen oder Unlust, sondern viel mehr durch fehlende Zeit. Das Studium ist sehr anspruchsvoll. Man denkt immer, dass Studenten nichts tun und undendlich viel Zeit haben, aber dem ist nicht so. Wir studieren rund um die Uhr und wenn nicht, dann arbeiten wir um unsere Ausbildung zu finanzieren und daneben hat auch jeder Mensch ein kleines Anrecht auf Privatleben.

Die vorlesungsfreie Zeit steht auch bald vor der T?r oder die Ferien, wie man sie auch nennt. Aber Ferien sind da keine, denn ich muss zwei Seminararbeiten schreiben und Geld verdienen. Nix da mit Skiurlaub oder Sonnentanken in der Karibik.

Man darf nicht klagen, weil man es ja freiwillig macht. Man muss diese Zeit geniessen, in vollen Z?gen, denn das Studium w?hrt nicht ewig.

Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus!

Nein keine Angst! Ich bin kein Mitglied eines jener bierdurstigen M?tzenvereine. Ich kann mein Bier austrinken, ohne dass man mir es befiehlt, und ich habe gleichgesinnte Freunde, also solch einen Bl?dsinn nicht n?tig.

Da der Winter kalt und d?ster ist, g?nne ich mir jetzt ein heisses Bad.

Entschuldigt bitte meine lange Absenz!
4.2.06 20:34


Samstag, den 11. Februar 2006

Endlich Semesterferien!!!

Diese Woche war aber nochmal richtig streng:

Am Dienstag probten wir unsere Sagaszene f?r den Ap?ro nach der Abschiedsvorlesung unseres Professors. Mir und zwei Kommilitoninnen wurde eine Ohrfeigenszene aus der Laxdoela saga zugeteilt. Ich spielte Thorvald, der sein habgieriges Ehe weib haut. Nach dem Theater ging es gleich nach Basel an eine Lesung von Benny Andersen, den wir im D?nischkurs (besser gesagt im d?nischen Literaturkaffeekr?nzchen) durchgenommen hatten. Die Lesung fand im Keller des deutschen Seminars statt, der sehr gem?tlich aussah und leicht brandgef?hrlich mit Kerzen beleuchtet wurde. Die Lesung war leider schwer verst?ndlich, weil ein Grossteil des Publikums hustete und fl?sterte, w?hrend Benny Andersen eher leise vorlas. Das Ganze hat zum Gl?ck nichts gekostet, obendrein durften die Studenten aus dem Kurs mit der Lektorin, dem Schriftsteller und seiner Frau essen gehen, alles einbegriffen. Endlich werden die armen Studenten belohnt. Frau Andersen sass direkt vor mir und imponierte mit ihrem Kleid und den Schuhen, beides mit Leopardenmuster versehen. Der Gipfel der Geschmacklosigkeit war aber ihre mit Edel(?)steinen besetze Haarspange. Ich ?berlegte, ob ich die Geschmackspolizei alarmieren sollte, unterliess es dann aber.

Am Donnerstag hielt ich meinen Vortrag, der mich wochenlang stresste. Etymologie ist selbst nicht einfach, wenn man sich gut mit Sprachgeschichte auskennt. Ich musste Unmengen von Belegen und Informationen zusammentragen und ordnen, dar?ber hinaus fehlte mir die Zeit Details nachzupr?fen. Aber ich hatte mich wieder einmal untersch?tzt, denn der Vortrag wurde ausgezeichnet. Ich begoss danach meine Leistung ordentlich am Stamm.

Am Freitag war der letzte grosse Auftritt dieses Semesters: die Inszenierung von Thorvalds Ohrfeige aus der Laxdoela saga. Der Wikingeraufmarsch verbreitete Angst und Schrecken in den G?ngen des deutschen Seminars. Alle Szenen waren hervorragend und der Professor war sichtlich ger?hrt und erfreut. Zum Apero gab es auch noch etwas Wein f?r die t?chtigen Wikinger und Walk?ren, die leckeren Canap?es wurden aber weggefressen. Vier Becher Wein auf den leeren Magen haben ihre Auswirkungen. Ich merkte es dann im Kino, wo wir zum Abschluss des Semesters "Memoirs of a Geisha schauten", ein obendrein etwas langatmiger Film.

Heute war ich noch an einem Konzert in Glarus. Ein Basler Orchester hat sich in dieses gottverlassene Tal verirrt und Werke von Beethoven gespielt: Ouvert?re zu Coriolan, 2. Klavierkonzert und 3. Symphonie. Das letzte hat mich besonders begeistert. Im Orchester versteckte sich auch ein s?sser Cellist, den ich gerne zu einem Bier eingeladen h?tte und der Pianist sah auch nicht leid aus

So genug f?r heute! Jetzt ist es Zeit f?r die Heia und etwas Gutenachtlekt?re von Ralf K?nig ?ber "fleischesl?sterne, blutige und widernat?rliche Taten", hehehe!
12.2.06 00:23


Die sogenannten Ferien ...

Die Semesterferien sind wie ein Sprung ins kalte Wasser. Gerade war da noch eine stressige Woche mit Dichterlesung, Tutorat, WG-Essen, Vortrag, Abschiedsvorlesung und Konzert und dann kommt eine Woche ohne dringende Pflichten, einfach leer, wie ein Vakuum. Ich leide zum Gl?ck eher an Platzangst als an horror vacui.

Die undringenden Pflichten und der fehlende festgelegte Tagesablauf macht selbst genialen K?pfen (ich bin ja gar nicht bescheiden) wie mir zu schaffen. Man darf doch auch mal auspannen, aber dann kommt sofort das schlechte Gewissen und sagt "Du musst zwei Seminararbeiten schreiben und das ist noch diese uralte Proseminararbeit, deren ich dich schon so oft ermahnt habe ... ".

Das schlechte Gewissen redet viel und man muss auch mal auf die Versuchungen h?ren. Die werden ja immer so in den Dreck gezogen, nur wegen ein paar verklemmter Pfaffen. Ich finde das ungerecht. "Audiatur et altera pars", sagten schon die weisen R?mer. Die waren auch heidnisch und haben sowieso viel lieber auf die Versuchung geh?rt, und selbst grosse M?nner der Neuzeit wie Oscar Wilde ber?cksichtigten die Versuchung: "I can resist everything except temptation".
Man kann sich mal mit gutem Gewissen versuchen lassen, das st?rkt den Charakter.

Ich liess mich versuchen und schaute "Brokeback Mountain". Es hatte ja eine Ewigkeit gedauert, bis der hier gezeigt wurde. Sogar am Ende der Welt, in Island wurde er fr?her gezeigt. Ist das nicht peinlich? Vielleicht brauchte man so lange, bis man das schwerverst?ndliche Gemusel der beiden Cowboys ?bersetzen konnte. Wenn sie nicht so wenig geredet h?tten, h?tte es wohl noch ein paar Monate l?nger gedauert. Der Film war sonst recht gut, aber untertraf meine Erwartungen. Die wirklich brisanten Szenen wurden im Halbdunkel gespielt, so dass es auch Mann und Frau h?tte sein k?nnen. Die Handlung fand ich auch ein bisschen z?h, besonders am Anfang. Der Film war aber sonst sehr ?berzeugend, in keiner Weise kitschig und bezauberte durch traumhafte Landschaftsbilder. Er ist auf jeden Fall sehenswert, man darf nur nicht einen rauhen Western oder eine Tuntenkom?die erwarten.

Der Film wird sicher fatale Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. In Zukunft werden alle Schwulen mit Cowboyhut und Reitstiefeln durch die Gegend laufen, bisher unbestrittene Attribute eines richtigen Mannes. Aber wir wollen doch auch m?nnlich sein, das ist so sexy. Die Mode ?ndert sich halt.

Und die Moral von der Geschicht'? Ich gehe jetzt ins Bett und nehme mir vor n?chste Woche mehr aufs Gewissen zu h?ren.

Gute Nacht da draussen, wer auch immer du sein magst!
18.2.06 00:02





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung