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Freitag, den 2. Dezember 2005

In letzter Zeit war ich etwas sparsam mit Eintr?gen, was seine Gr?nde hat, denn ich habe n?mlich nicht viel Zeit und muss deshalb eben sparen. Ich muss auch Geld sparen, aber wer muss das nicht. Sogar grosse Firmen, die Milliarden haben, m?ssen sparen. So ist halt das Leben.

Zu Beginn dieser Woche musste ich wieder einmal meinem geliebten Vaterlande dienen, d.h. Zivilschutz. Das Milit?r wollte mich ja nicht, was ich zutiefst bedaure. Ich h?tte so gerne Granaten rumgeworfen und gelernt im Gleichschritt zu marschieren, aber man kann halt nicht alles im Leben haben. Der Zivilschutz ist immerhin ein unterhaltsamer Ersatz. Zu dieser grossartigen Erkenntnis bin ich erst nach diesen zwei Tagen WK gekommen.

Zuerst war ich alles andere als begeistert als mir das Aufgebot zugesandt wurde. Um meine Erregung zu mindern, habe ich den F?tzel zerkn?llt und in eine Ecke geschmissen. Das tut gut.
Widerwillig ging ich dann letzten Montag hin um meinen vaterl?ndischen Pflichten nachzukommen. Das kostete mich viel ?berwindung, denn ich musste um halb acht auf den Zug, also um halb sieben aufstehen, was eine radikale Umstellung im Tagesablauf eines Studenten ist.

Wir wurden herzlich vom Oberfutzi (dicker Bauch mit Schnauz, der so aussah als h?tte er lieber eine Milit?rkarriere gemacht) begr?sst und wurden dann in schicken Milit?rautos, einer Art besserer Lastwagen, dessen Last aus Menschen besteht und nicht geheizt ist (und das im Winter!!!), zum Zeughaus bef?rdert, wo wir heiter und fr?hlich unsere Tenues fassen konnten. Wir erfreuten und daran, wie modisch schick sie aussehen. Das Prozedere dauerte etwa eine Stunde und wir waren froh, dass eine Stunde verging, ohne dass wir etwas zu tun brauchten. Damit das Mittagessen aber trotzdem wohlverdient war, ?bten wir uns noch im Funken.

Das Mittagessen, worauf wir sehnlichst und hungrigst gewartet haben, nahmen wir in einer Lokalit?t ein, in die ich nie freiwillig einen Fuss hinein gesetzt h?tte. Ein schwerverrauchter Spunten, dessen Interieur seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr ge?ndert wurde, mit Intererieur meine ich sowohl Einrichtung als auch Kundschaft. An einer Wand (dunkelbraunes Holz!) hing ein Plakat des Jahrg?ngervereins 1921-25 und beim braunen Tischtuch war ich mir nicht sicher, ob es immer schon braun gewesen oder so geworden sei. Das Essen entsprach der Einrichtung. Ich will nicht n?her darauf eingehen.

Am Nachmittag setzten wir die alberne Funk?bung fort und begannen noch mit Katastrophenkarten. Um f?nf war ich von der Qual erl?st und konnte mit meinem Geliebten schlemmen.
Am Dienstag morgen fr?h gings weiter. Katastrophenpl?ne mit Kaffeepause in einem andern Spunten und irgendwann wieder das Mittagessen, worauf ich mich nicht mehr freute, sondern nur noch gespannt war.

Am Nachmittag kam dann die Kr?nung des Ganzen, die ?bung, in der wir unser frischerworbenes theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen konnten. Ich wurde nat?rlich zum Verlegen einer Punktleitung verurteilt, wobei ich viel lieber auf dem warmen Kommandoposten t?tig gewesen w?re. Nat?rlich wurden genau die Leute zur Punktleitung verurteilt, die noch nie eine verlegt hatten, abgesehen vom mir, der dieses wertvolle Wissen verdr?ngt hatte. Typisch Zivilschutz, Kompetenz ist absolut gleichg?ltig. Nat?rlich ging alles schief: Zuerst vergassen wir das Telefon, dann war die Leitung zu wenig hoch. Das bemerkten wir nat?rlich erst, hinterher und mussten nochmal zur?ck, nochmal auf die Leiter, nochmal den Verkehr aufhalten zur Freude der Autofahrer. Die Leitung wurde nat?rlich mitten durch Glarus gezogen, wo uns alle Leute zuschauen konnten. Wahrscheinlich war die Absicht dahinter, dass der Zivilischutz durch seine Pr?senz (mit unserem tollen orangegr?nen Ten?) mehr Aufmerksamkeit bei der ?ffentlichkeit gewinnt. Das hehre Ziel wurde aber durch die verhehrende Unf?higkeit der Organisation weit verfehlt, denn alle konnten erkennen, dass der Zivilschutz die gr?ssere Katastrophe ist als die, welche zu bek?mpfen er beauftragt ist.

F?r mich war dies das gr?sste Gaudi und ich konnte den ganzen Nachmittag ?ber diese herrliche Kom?die lachen und die eisige K?lte ignorieren. Am Nachmittag wurde der lehrreiche WK mit der Auszahlung des Soldes (ganze 10.-) beendet und konnte mich in M?hlehorn vor den geistigen und k?rperlichen Strapazen erholen.

Die Moral von der Geschicht': Du sollst dich nicht ab dem Zivilschutz ?rgern, sondern ihn auslachen.
2.12.05 23:51


Vorweihnachtsstimmung

Es weihnachtet immer mehr und immer bedrohlicher, denn ich muss mich allm?hlich ans Kartenschreiben und Geschenkekaufem machen. Eine Woche habe ich ja noch Zeit, aber wie ich mich kenne, schiebe ich es bis Samstag auf.

Letzten Dienstag feierten wir an der Uni im kleinen und erlesenen Rahmen der Nordisten St. Lucia. Eigentlich feiert man es ja am Morgen, aber das k?nnen Studenten nicht, weil wir zu dieser Zeit schlafen. Also zelebrierten wir das bisschen Schwedentum am Abend. Alle buken, brieten, kochten und kauften schwedische Spezialit?ten wie Lussekatter, Kanelbullar, Sild, Pepparkakor, Gl?gg, Lachs u.v.m. Da ich mit den Schweden eher wenig am Hut habe, brachte ich etwas leckeres schweizerisches mit, einen Gugelhupf.
Bevor wir uns aber aufs kalte Buffet losst?rzen durften, mussten wir wie jedes Jahr die Lucialieder der Schwedischk?rsler anh?ren (besser ablosen). Sie kamen wie alle Jahre wieder in den weissen Kost?men, die an den Ku Klux Klan erinnern, in den Begegnungsraum und bet?rten uns mit ihrem falschen Gesang. Ich darf l?stern, ich habe auch mal gesungen!!! Es geht ja auch nur ums Prinzip, es muss ja nicht gut sein. Und man muss auch ein bisschen leider f?rs Essen, damit man es umso mehr geniesst.
Viel schlimmer war, dass es zu wenig Gl?gg gab und keinen anst?ndigen Ersatz. Wo war das Jul?l? Wir mussten uns mit lauwarmem Akvavit begn?gen um einigermassen heiter zu werden. Ist das etwa sch?n? Zur Belustigung spielten wir Trivial Pursuit, wo wir uns mit dummen und gemeinen Fragen traktierten. Und um zehn war nat?rlich Schluss, in der Schweiz feiert man nicht so lange. Niemand weiss wieso. Es ist halt einfach so, fertig lustig!

Der zweite vorweihn?chtliche festliche H?hepunkt dieser Woche war das letzte Z&H-Essen dieses Jahres. Es war wirklich das Letzte. Als Vorspeise wurde uns eine Blumenkohlsuppe kredenzt. Es roch wie im Altersheim und auch die Suppe sah nach Vorkriegszeit aus, sch?n braun und d?nn. ?hnlich d?nn war die Sauce zu den Sp?tzli. Noch nie was von Mehl geh?rt, damit sie sch?n s?mig wird? Die Sp?tzli waren immerhin gut. Zum Dessert gab es dann noch Quarktorte, die alles andere als d?nn war, besonders was den Alkoholgehalt betraf. Die Leute waren abgesehen von ein paar wenigen dieselben wie immer. Immerhin kriegte ich ein billiges Abendessen und musste nichts daf?r tun. Sonst w?re ich ja nicht hingegangen, hehe!

N?chste Woche geht es mit Essgelagen weiter und die V?llerei gipfelt dann mit dem Weihnachtsessen.
16.12.05 23:27


Heiligabend

Die Vorweihnachtszeit habe ich heil ?berstanden und die erste Weihnachtsetappe auch erfolgreich hinter mich gebracht. Diese Woche musste ich noch wegen Weihnachtseink?ufen in die Stadt, und dort war es schon am Dienstag Nachmittag unertr?glich: Die Z?rcher Innenstadt glich einem Ameisenhaufen. Ich wollte nur eins, m?glichst schnell wieder aus diesem Gedr?ngel hinaus. Ich hasse die Masse. Zum Gl?ck haben wir innerhalb der Familie die Schenkerei abgeschafft, das erleichterte die m?hsame Beschaffung der Gaben, daf?r fiel die Bescherung heute etwas mager aus, aber man hat zum Gl?ck ja auch noch Freunde.
Ich m?chte mich hiermit auch noch ?ber die neue Weihnachtsbeleuchtung in der Bahnhofstrasse auslassen, bevor ich zum n?chsten Thema ?bergehe: Sie sieht ja ganz interessant aus, aber in keinster (kein hat ja keinen Superlativ, ich weiss, aber hier ist er wirklich n?tig) Weise weihn?chtlich. Was haben bittesch?n senkrecht nach unten h?ngende Neonr?hren, die ein bisschen herumflackern, wie man sie sonst in Kellerl?chern und alten K?chen sieht, mit Weihnachten zu tun? Ich bin zwar auch gegen rotleuchtende Samichl?use im Rentierschlitten und mit Lichterketten behangene H?user, die die Nacht zum Tag machen, aber man kann es auch in die andere Richtung ?bertreiben. Die Z?rcher haben die zwinglianische Strenge und den Hang zur Schmucklosigkeit noch nicht g?nzlich ?berwunden. An Schmuck fehlt es in der Bahnhofstrasse eigentlich nicht. Die Boutiquen hatten immerhin ihre eigene Beleuchtung, damit die ?ber dem Tramgeleise gl?cklicherweise nicht mehr zur Geltung kam.
Es gab aber auch kitschige Lichterarrangements in Z?rich, davon werden wir heutzutage nirgends mehr verschont. Letzten Donnerstag war ich mit Kommilitonen von der Vergleichenden auf dem ?etliberg zum traditionellen Fonduegelage. Wir stiegen eine Station fr?her aus und wanderten das letzte St?ck Weg zum Gipfel. Dort wurden wir von elchf?rmigen Strassenlampen empfangen und kamen dann in eine kitschig beleuchtete Schneewelt mit kleinen Tannen (wie im Samichlausland). Der Blick hinunter auf die Stadt machte aber alles wett: ein m?rchenhaftes Lichtermeer verschleiert von einem d?nnen Nebel und der See ein schwarzes Nichts, fast kitschig, wenn es nicht echt gewesen w?re. Das Fondue im Uto Kulm war wie immer lecker, aber dem Ambiente entsprechend auch ein bisschen teuer. Einmal im Jahr darf man sich das ja leisten.

?ber Weihnachten bleibe ich bei meinen Eltern im sch?n beschneiten Glarnerland und lasse es mir gut gehen. Heute abend gab es das traditionelle Fondue Chinoise und morgen Braten. Nebenbei muss ich aber auch noch was f?r die Uni tun, zwei Referate warten im Januar.

Ich w?nsche allen noch frohe Festtage.
24.12.05 23:07


Zweiter Weihnachtstag

Ich dachte, ich k?nnte ?ber Weihnachten ein bisschen ausspannen, mich in aller Ruhe vollfressen und etwas im Schnee spazieren, aber was passiert? Jawohl eine Erk?ltung hat mich erwischt und verdirbt mir die Festtagsfreude. Essen kann ich zwar, aber ich schmecke fast gar nichts.
Stattdessen h?nge ich jetzt einfach rum und schn?uze was das Zeug h?lt und meine zweite Besch?ftigung ist Tee zubereiten und trinken. Ist das nicht gem?tlich?
Durchschnittlich erk?lte ich mich zweimal pro Jahr. Heuer dachte ich, dass ich der zweiten davon k?me. Aber nein, Viren kennen keine Gnade. In der letzten Woche des Jahres erwischt es mich noch.
Es hat immerhin einen Vorteil, dass ich daheim bleiben muss, ich habe etwas f?r mein Referat im Januar gelesen. Das h?tte ich bestimmt nicht getan, wenn ich gesund gewesen w?re.
Jetzt braue ich mir dann noch einen Tee und schaue mal, was der Fernseher zu bieten hat. Das Programm sah nicht viel versprechend aus, aber beim Zappen findet man gerne noch was.
26.12.05 20:57





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