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Montag, den 15. August 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich muss mit Reue gestehen, dass ich schon seit l?ngerer Zeit nicht mehr so fleissig in mein Tagebuch geschrieben habe. Das tut mir sehr, sehr, seeeeehr leid...

Mittlerweilen bin ich wieder in der sch?nen Schweiz angelangt. Ich kann mich schon mal ?bers Wetter auslassen. Man sollte eigentlich warmes, s?dliches Sommerwetter erwarten, aber nein, es regnet in Str?men. Typischer Schweizersommer halt, entweder unertr?glich schw?l oder kalt und regnerisch. M? cha halt n?d der f??fer und ds weggli haa.

Zuerst will ich noch von den Ferien erz?hlen: Nach dem ich meine beiden Arbeiten abgegeben hatte, fuhr ich nach Schweden, genauer nach Uppsala. Morgens um halb sieben gings los, ganz sch?n fr?h und f?r Studenten noch fr?her. Das erste grosse Erlebnis war, dass ich keinen Empfang auf meinem Handy hatte, denn mein superbilliger Anbieter (namentlich CBB mobil) ist im Ausland nicht brauchbar. So musste ich mich wie in der guten alten Zeit mit Telefonkabinen herumschlagen.
Uppsala war aber traumhaft. Eine traditionsreiche Universit?tsstadt mit ihren noch traditionsreicheren Nationen. Dort kriegt man f?r schwedische Verh?ltnisse sehr billiges Bier. Die armen Studenten brauchen ja etwas zu trinken, und weil wir so vern?nftige und gescheite Menschen sind, brauchen wir auch keine staatliche Bevormundung und Kontrolle, was den Umgang mit Genussmitteln angeht (hehehehe!).
Ausserhalb von Uppsala sah ich auch noch sch?ne Runensteine. Ich weiss, ich bin ein Freak und mein Gastgeber auch. Wir k?mpften uns durch die mittelschwedische Pampa um ein paar Steine zu entziffern, auf denen eigentlich immer dasselbe draufsteht. Kender man ?n, kender man alle.

Wieder in Kopenhagen angekommen packte ich meine sieben(millionen) Sachen zusammen und das Land nun endg?ltig (mittelfristig gesehen) zu verlassen. Auf der beschwerlichen Heimreise machte ich noch Halt in L?beck und besuchte eine Kollegin. Wir machten Strandurlaub in Travem?nde nach richtig deutscher Manier: Bier, Wurst und Sonne.
Nat?rlich stand auch ein Besuch in Hamburg auf dem Programm. Das Nachtleben ist ganz sch?n aufregend mit dem Dom (Bier, Bier, Wurst, Schmalzgeb?ck und Achterbahn). Von der Achterbahn gings dann auch zur Reeperbahn. Die Langstrasse in Z?rich ist todlangweilig im Vergleich.

Jetzt bin ich wieder daheim zwischen den Bergen, es regnet und regnet. Immerhin habe ich noch hundert Seiten Harry Potter zur Belustigung.

Ich werde mich in Zukunft bem?hen, ?fter in dieses Tagebuch zu schreiben.

mit freundlichen Gr?ssen
Kevinurinn
15.8.05 14:20


Donnerstag, den 18. August 2005

Verdammt noch mal! Jetzt wurde ich rausgeschmissen, weil ich zu lange geschrieben habe. Das ist ja eine Frechheit. Jetzt muss ich den ganzen Scheiss nochmal schreiben.

Ich wollte ja fleissig sein und ?fter schreiben, aber wenn man sich mal M?he gibt, wird man daf?r etwa belohnt? Nein! So eine Gemeinheit!

Also noch mal von vorne: Meine Hauptbesch?ftigung zur Zeit ist Zimmersuche, denn im Oktober f?ngt ja ein neues Semester an, und bis dann brauche ich ein Obdach in Z?rich. Wohnungssuche ist anstrengend, man muss Inserate durchlesen, kontaktieren, anschauen, einen guten Eindruck hinterlassen, auf den Bescheid warten und dann eine Absage kriegen. So ist es bis jetzt gewesen.
Wohnungssuche kann aber auch interessant sein, man lernt neue Orte und Menschen kennen.
Bis jetzt habe ich nur vier WGs angeschaut, davon drei Absagen und eine steht noch offen.

Die bisherigen Objekte:

1. Superbillig im Kreis 5: Bei 300 Stutz kann man ja nicht viel sagen. Aus Neugier schaute ich es an. Ja 300 Stutz sind nicht viel und daf?r wird auch nicht viel geboten: ein winziges Zimmer mit Linoleumboden, eine winzige Stube (immerhin eine Stube) und ein kleines Badezimmer. Die Wohnung lag nahe beim quietschenden Hauptbahnhof und auch nicht weit weg von meiner alten bl?den WG. Die Absage tat nicht sehr weh.

2. Mittelklasse im Kreis 4: Wenn man 200 Franken mehr daf?r hinbl?ttern muss, kann man auch mehr erwarten. Zimmer gr?sser, grosse alte K?che, altes Bad, Balkon nach Norden ausgerichtet. Die Wohnung lag aber weniger zentral in der N?he des Hardplatzes, in einer h?bschen Beton- und Sch?ssellandschaft und auch nicht fern von quietschenden Bahngleisen.

3. Wieder etwas billiger und noch besser, allm?hlich gehts aufw?rts: Adresse Letzigraben, das klingt ja nicht sehr anziehend. Wer will schon in oder an einem Graben hausen? Ich finde Strassen und Gassen anziehender. Sehr repr?sentativ w?re ein Boulevard oder eine Allee, aber wir wollen ja nicht ?bertreiben.
Der Wohnung am Graben konnte man eigentlich wenig aussetzen, war etwas alt, aber ganz nett. Die Bewohner sehr verschieden, ein schlechtgekleideter Musicus und ein Hugobossgekleideter Jurist. Was f?r Gegens?tze! Dar?ber will ich mir nicht l?nger den Kopf zerbrechen, denn mit ihnen wohne ich nicht.

4. Kreis 4, Langstrasse: Ja, kommen schon die Gedanken: Junkies, Nutten, Dealer, Zuh?lter und andere kuriose Menschen. Ich weiss wovon ich rede, ich habe schon einmal dort gewohnt.
Ich ging trotzdem hin und wollte wissen. Die Umgebung war noch dieselbe, in einem Jahr ver?ndert sich wenig. Ich ging die Strasse rauf und runter und suchte lange bis ich die richtige Haust?r fand, es gab viele blinkende Schilder, aber Hausnummern waren eher versteckt. Ich bef?rchtete schon, dass ich verhaftet w?rde, weil ich so oft diese Strasse hoch- und runterspazierte.
Die Wohnung erreichte meine hohen Anspr?che weitgehend: Balkon, Stube, grosses Zimmer, Geschirrsp?lmaschine und nette Mitbewohner. Es war auch die Besichtigung mit der besten Verpflegung: Bier, Kaffee, selbstgebackene Muffins. Das nenne ich Service. WG-Suche darf gerne Spass machen.

Jetzt verpasse ich noch die Simpsons, ich muss weiter...
18.8.05 17:44


Freitag, den 19. August 2005

Heute war ich an einem Konzert, genau hier in diesem Kaff, in dem ich wohne. Auch zwischen den Bergen gibt es ein bisschen Kultur und das muss man nat?rlich auch unterst?tzen.
Barocke Musik in einem fr?hbarocken Palast, passt ganz gut zusammen. Es war ein bisschen mozartlastig, muss ich einwenden, und Mozart geh?rt ja eigentlich der Wiener Klassik an, aber es waren fr?he Werke. Darunter mischten sich auch noch einige Renaissancekomponisten, an denen ich am meisten interessiert war. Mozart und Bach sind ja nichts neues.
Die Renaissancest?cke wurden auf einem historischen Cembalo gespielt, dessen Erbauer ein Glarner war, namens Tschudi, und seiner Zeit nicht unbekannt. Er belieferte H?ndel, den preussischen K?nig und Papa Mozart sei auch begeistert von seinen Konstrukten gewesen. Also ein Konzert mit Lokalpatriotismus! Herr Tschudi wohnte nat?rlich nicht im Zigerschlitz, wenn man es als Glarner zu etwas bringen will, muss man das Tal schon verlassen.
Im grossen und ganzen war das Konzert eine gelungene Unterhaltung und sie war sogar mal zu Fuss erreichbar.
Etwas betr?bend war der Umstand, dass ich mehr oder weniger fast der einzige unter 30 im Konzertsaal war, da waren noch zwei junge Damen und ein jugendlicher Louis XIV. auf einem Bild ?ber dem Kamin. Barock ist halt nicht so trendy.

Jetzt ist es schon sp?t und Zeit ins Bett zu gehen...
Gute Nacht!
20.8.05 00:59


Sonntag, den 21. August 2005

Es regnet wieder... jetzt ist es genug, ich will Sonnenschein!!!

Oh du goldigs s?nn?li
tu? doch wider schiin?
bitte, bitte bliib doch daa
dass mir h?t ch?nd us?gaa
oh du goldigs s?nn?li
tu? doch wider schiin?.

Hoffentlich wirkt der Zauberspruch. Ich habe ihn hoffentlich nicht falsch rezitiert, denn ich habe ihn seit dem Kindergarten nicht mehr angewendet. Falsche Rezitationen f?hren bekanntlich zu falschen Ergebnissen.

Es ist doch so ungerecht auf dieser Welt. Hier pisst es und in Portugal brennt es. K?nnte man die Wassermengen nicht etwas gleichm?ssiger verteilen. Die Wetterg?tter sind manchmal wirklich etwas ungeschickt. Sollen wir ihnen etwa Menschen opfern oder ein paar L?mmer oder Ziegen? Muss das sein? Muss immer Blut fliessen?

Das ganze Theater mache ich nur, weil ich will, dass es morgen sch?n wird, denn morgen habe ich Geburtstag und an meinem Geburtstag muss es sch?n sein. Ich werde ja ein Jahr ?lter und das ist ein tragischer Akt, der m?glichst sanft ablaufen muss. Es w?re ja viel zu dramatisch, wenn der Himmel dazu weinen w?rde. Das ist ?bertrieben, finde ich. Ich mag das nicht, ich will es sch?n bescheiden und nett, mit viel Kuchen und Geburtagskarten und lachenden Gesichtern. Jawohl!

Und ... nicht zu vergessen ... viele Geschenke, der einzige Grund, weshalb man Geburtstage und auch Weihnachten feiert.

Gute Nacht!



21.8.05 23:31


Freitag, den 26. August 2005

Man sollte es ja von Goethes Zauberlehrling wissen, dass Magie aus unge?bter Hand schweres Unheil anrichten kann. Mein wohlgemeintes "Oh du goldigs S?nn?li" hat eine ?berschwemmung verursacht.
Hier ist es zum Gl?ck nicht so schlimm, die Linth ist ein bisschen ?ber die Ufer getreten, also ein bisschen Schlamm auf den Wiesen und der Bahnhof Ziegelbr?cke leidet auch ein bisschen. Wenigstens wurde ich an meinem Geburtstag nicht ertr?nkt.

Die WG-Suche geht trotz ?berschwemmungen weiter. Die Zahl der begutachteten Objekte hat sich auf sechs erweitert:

5. Unfern vom Einkaufsparadies Brunau: Eine ganz sch?ne Wohnung, leider keine Stube, aber Geschirrsp?lmaschine, die Bewohner Tessiner. Nichts gegen Tessiner, aber gleich zwei und ich kann nicht mal Italienisch, sie k?nnen also zum Beispiel vor meiner Nase ?ber mich abl?stern, und das wirklich schlimme ist, sie studieren Wirtschaft und Recht. Weiter geht die Suche...

6. M?llerstrasse: Der Name der Strasse passt schon mal gut zu mir. Die Wohnung sieht ganz nett aus, hat aber weder Geschirrsp?lmaschine noch Stube, aber daf?r eine Dachterrasse. Diese k?nnte also in Frage kommen. Die Chance ist allerdings sehr klein, denn mindestens 20 Leute haben die Wohnung angeschaut.

Ans ruhige Landleben gew?hne ich mich wieder allm?hlich. Es hat ja soviele Vorteile: keinen Strassenl?rm, keine geisteskranken Leute (ausser vielleicht ein paar Dorftrottel), keine Hektik, frische Luft (ausser sie sei von G?lle verpestet). Wie alles hat es auch Nachteile: Alle Leute gr?ssen und erwarten von einem dasselbe, alle Leute kennen einen irgendwie und wenn nicht, wollen sie dich kennenlernen, die Migros schliesst ?ber Mittag, um acht ist es dunkel, weil die Sonne hinter den Bergen verschwindet.
Man spricht auch noch von der Natur, die sowohl Vor- und Nachteile hat. Natur? Bitte nicht mit Landwirtschaft verwechseln! Sind K?he, die k?nstlich besamt werden, und denen die H?rner abges?gt und Glocken umgeh?ngt werden Natur? Sind Wiesen, die bei jeder Gelegenheit mit G?lle zugedeckt werden Natur? Was ist ?berhaupt Natur? Wir wollen uns nicht in der Philosophiererei verlieren und stempeln diese Fragen als "rhetorisch" ab. Wir klammern ergo das Argument der Natur bei unserer Er?rterung ?ber die Vorteile des Landlebens lieber ganz aus.
26.8.05 13:43


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