Kevinurinn
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Seid gegr?sst!

Schon zwei Freunde haben so ein Blogding erstellt und jetzt habe ich das Gef?hl ich m?sse auch so etwas machen. Es ist mir eh langweilig und habe als Student alle Zeit der Welt. N?here Informationen folgen...
12.5.05 12:36


Zuerst einmal eine wichtige Erkl?rung zu meinem Namen, da es des Menschen Eigenart ist an das Fernstliegenste und Unappetitlichste zu denken.
Kevinurinn, besteht verst?ndlicherweise aus meinem Vornamen und zwei isl?ndischen Suffixen: -ur = Endung f?r maskulin, singular, nominativ vieler Substantive dem lateinischen -us entsprechend und -inn = der f?r viele skandinavische Sprachen typische nachgestellte, bestimmte Artikel. Also mehr oder weniger nordistischer Nonsense.

Letzten Freitag habe ich mir ein Velo (f?r jene, die nicht des Schweizerhochdeutschen m?chtig sind: das ist ein Fahrrad) angeschafft. Das ist ein Muss, wenn man in Kopenhagen lebt, so viele Cykelstier, alles flach, nur der Gegenwind m?sste nicht sein.

Das Wochenende war wie ?blich: Hygge, hygge, hygge (d?nisches Wort f?r Gem?tlichkeit und zentraler Bestandteil des d?nischen Lebenswandels). Glac? (noch ein Helvetismus) im Kongens Have, Grill im ?rstedsparken, Bier im Mus og Elefant, Cocktail (namentlich ein schlechter Caipirinha f?r 40kr) im Caf? Sommersko.

Mit Hygge ist aber heute vorbei und ich mache mich an meine beiden Arbeiten. Ich bin hier ja nicht in den Ferien!
17.5.05 14:16


Nach dem hyggeligen Wochenende bin ich wieder fleissig am Lernen, muss ja auch mal sein, obwohl ich hier ein Jahr in den Ferien, ... ?hm im Austausch bin. Ich habe in "Det danske sprogs historie" gelesen, sehr interessant, wie sich das D?nische entwickelt hat. Besonders witzig sind die Erkl?rungen der ?lteren Forschung (19. Jh.) f?r die Abschw?chung der Konsonanten und unbetonten Silben (klusil- og infortissv?kkelse). Einer behauptet, es h?tte mit der Unterdr?ckung w?hrend des Mittelalters zu tun, ein anderer, was mir viel plausibler scheint, meint, es habe mit der dem Menschen angeborenen Faulheit zu tun, die D?nen sind ja bekanntlich alle faul und schon Shakespeare stellte fest, dass etwas faul im Staate D?nemark ist. Die These meines isl?ndischen Freundes ist fast noch treffender. Man muss vorerst wissen, dass Isl?nder, die ihrer Meinung nach die ?lteste Sprache Europas sprechen (haha!), der Ansicht sind, dass D?nisch eine verfallene Abart des Isl?ndischen sei. Das D?nische habe sich so entwickelt bzw. ist deshalb verfallen, weil die D?nen so viel trinken. So hat man halt nicht mehr so deutlich gesprochen und auch die eine oder andere Flexionsform vergessen (Sk?l!).
Man muss aber auch einwenden, dass D?nisch eine ausgesprochen ?konomische Sprache ist, denn es ist erstaunlich, dass man sich mit so wenig Lauten verst?ndigen kann. Man k?nnte im Deutschen doch auch ein paar Modi, Kasus, Genera und Konsonanten wegrationalisieren. Alles unn?tiger Ballast. Die D?nen haben es aber bis jetzt vers?umt ihre Orthografie zu rationalisieren bzw. zu reformieren, denn sie schreiben immer noch alle Konsonanten, die man zu letzt noch im sp?ten Mittelalter ausgesprochen hat. Ein Professor der Universit?t Kopenhagen hat gestern in "Politiken" eine derartige Reform vorgeschlagen, aber ich glaube die wird genauso wenig erfolgreich, wie die neue deutsche Schlechtschreibung.
19.5.05 11:02


Wie man f?r schlechtes Benehmen belohnt wird

Wie unten schon erw?hnt, sind die D?nen ein faules Volk. Das klingt aus mitteleurop?ischer Sicht sehr negativ, muss aber nicht sein, es handelt sich hierbei lediglich um eine andere Mentalit?t. Trotzdem hat die Hyggekultur gewisse Nachteile f?r Menschen die aus dem emsigen Herzen Europas kommen oder von einer gottverlassenen Insel im Nordatlantik, die einst als Tor zur H?lle galt und heute noch von Fabelwesen bewohnt wird, n?mlich, dass der Service immer sehr langsam und schlecht ist (das hat auch mit dem Janteloven zu tun, wovon ich ein andermal berichte).
Ich schweife wieder ab. Sorry! Weil mein kleiner Hauswikinger Bergur und seine Walk?re Gu?r?n von der isl?ndischen Handels- und Industrieministerin besucht wurden, musste das nat?rlich angemessen mit einem ?ppigen Dinner gefeiert werden. Es verschlug uns in Jensens B?fhus am Gr?br?dretorv und da nahm die Geschichte ihren Anfang.
Zuerst warteten wir eine Ewigkeit, bis uns jemand einen Tisch zuwies, dann eine weitere Ewigkeit, bis die Bestellung entgegengenommen wurde, dann bis das Essen kam usw. usf. Als Personen von Rang und Namen wollten wir uns das nicht bieten lassen und beschwerten uns st?ndig. Das ging dem Personal wahrscheinlich t?chtig auf die Nerven, aber wir waren am Verhungern, ausserdem wollten die beiden Isl?nder unter keinen Umst?nden den Concours d'eurovision verpassen.
Nach dem wir fertig gegessen und die Bedienung ausreichend terrorisiert hatten, wurde uns zur Genugtuung ein Dessert angeboten. Das war uns jedoch nicht genug und wir baten dann noch h?flich um eine Tasse Kaffee. So konnten wir unser Dinner noch durch einen kostenlosen Dessert abrunden.

Und die Moral der Geschicht': Meckern zahlt sich aus. Gebt euch mit nichts zufrieden!
20.5.05 15:05


Endlich habe ich wieder einmal Zeit um etwas zu schreiben. Ich habe zur Zeit viel um die Ohren: Zwei Seminararbeiten und dann den ?blichen Kleinkram: Haushalt, Freund, Schlafen, Waschen.

Das Waschen ist eine ?usserst unangenehme Angelegenheit. Mittlerweilen habe ich mich daran gew?hnt. Nein, glaubt nicht, dass ich ein verw?hntes Mutters?hnchen sei und dass die Mami, bevor ich ins Ausland abrauschte, mich von dieser Last befreit hatte. Ich wasche schon seit ein paar wenigen Jahren selbst.
Nicht vergessen, ich lebe in der EU, das heisst dritte Welt, zudem im sozialistischen Teil der dritten Welt, also Skandinavien, genauer D?nemark.
Unn?tige Luxusgegenst?nde wie Waschmaschinen, Autos und anderer Bl?dsinn, werden mit hohen Steuern versehen, damit diese egoistischen Snobs, die sich zu gut sind, ?ffentliche Verkehrsmittel und Velos zu benutzen, f?r das Gemeinwohl mitbezahlen. Deshalb gibt es im K?nigreich D?nemark fast an jeder Ecke eine Vaskeri (Waschsalon) und nat?rlich ?berall Velowege und auch ?ffentliche Verkehrsmittel, die aber den schweizerischen weit hinterherhinken.
Es ist ganz gew?hnlich so einen Waschsalon zu benutzen, ganz normale Leute benutzen einen. Ich traute zuerst meinen Augen nicht. Ich dachte, dass nur die aller?rmsten, die sich so etwas selbstverst?ndliches wie eine Waschmaschine nicht leisten k?nnen, gezwungen seien einen solchen Ort aufzusuchen. Diese Waschsalons sehen auch nicht besonders sch?n aus: Uralte Waschmaschinen und Tumbler, ein paar billige Gartenst?hle, einen Tisch und ein paar Wagen f?r die W?sche und daf?r zahlt man ein Verm?gen. Man kann ja froh sein, dass man die W?sche nicht irgendwo im Fluss waschen muss, wie in der guten alten Zeit.
Wenn wir gerade schon bei der Reinlichkeit sind, ?usserst kompakt sind auch die Badezimmer, besser gesagt die Nasszellen. Ein Badezimmer (nach meiner Vorstellung) besteht sicher aus einer Badewanne, zumindest eine Dusche (mit Vorhang und Bassin), ein Lavabo, ein WC und eine kleine Fl?che f?r den Badezimmerteppich. Nicht hier! Ein gew?hnliches Badezimmer besteht aus einem WC, Lavabo, Abfluss und einer Brause, d.h. alles an einem Ort (ben?tigt einen knappen Quadratmeter an Fl?che). Zuerst die Vorteile: es braucht wenig Platz, man kann w?hrend des Duschens auf dem Klo sitzen und gleichzeitig die Z?hne putzen, und man muss den Boden nicht (oder fast nie) putzen, weil er sich t?glich von selbst reinigt. Nachteile: man muss den nassen Boden (deshalb Nasszelle) nach dem Duschen immer trocknen, man kann keine WC-Lekt?re darin aubewahren, weil die sonst nass wird. Und sagen wir mal, K?rperpflege soll ja Spass machen, ein Badezimmer darf gerne etwas mehr als nur funktionell sein. Unverst?ndlich, in einem Land mit Hyggekultur.

Soviel ?bers Waschen in D?nemark. Das reicht f?r heute, ich muss jetzt in die Bibliotek.
26.5.05 13:47





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